Die Stadt Dortmund kommt mit dem Kita-Bau nicht hinterher

dzKinderbetreuung

Es entstehen ständig neue Kitas in Dortmund, doch zugleich gibt es immer mehr Kinder. Das führt dazu, dass die Stadt die erhofften Quoten bei der Kinderbetreuung immer noch nicht erreicht.

Dortmund

, 22.01.2019, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es erinnert ein wenig an die Arbeit des griechischen Sagenhelden Sysiphos, der trotz aller Mühen nicht vorankommt. Die Stadt läuft ihren selbstgesteckten Zielen bei der Kita-Versorgung weiter hinterher, wie aus einer aktuellen Vorlage des Jugendamtes für den Kinder- und Jugendausschuss hervorgeht.

Es werden zwar weiter fleißig Kitas aus- oder neu gebaut, doch zugleich steigt die Zahl der Kinder weiter deutlich an. Ende 2012 lebten noch jeweils gut 14.700 Kinder im Alter unter 3 Jahren beziehungsweise im Alter zwischen 3 und 6 Jahren in Dortmund. Fünf Jahre später waren es 17.947 Unter-Dreijährige und 16.483 Kinder im Vorschulalter. Und auch im vergangenen Jahr sind die Zahlen weiter gestiegen – auf 18.341 U3 und 16.967 Ü3-Kinder.

Und mindestens bis zum Jahr 2025 werde die Kinderzahl wohl noch stärker steigen, prognostiziert die Verwaltung.

Rat hat neue Zielquote beschlossen

Die Folge: Der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt weiter. Im U3-Bereich war das zunächst gesteckte Ziel, eine Platz für 35 Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe zu beiten, fast erreicht. Ende 2018 kam die Stadt aber wegen der gestiegenen Zahl der Kinder aber nur noch auf eine Versorgungsquote von 32,7 Prozent.

Dabei hatte der Rat der Stadt als Folge einer Bedarfsabfrage bei Eltern im Mai 2018 das Ziel für die U3-Versorgung sogar auf 41 Prozent erhöht. Immerhin will man sich dem Ziel jetzt langsam nähern. Eine Quote von 37 Prozent wird für das im August beginnende Kita-Jahr 2019/20 angepeilt – dank eines weiter ehrgeizigen Ausbauprogramms.

Im Laufe des noch laufenden Kindergarten-Jahres sollen insgesamt 13 Kita-Projekte mit 38 Gruppen und 638 Plätzen, davon 224 im U3-Bereich, umgesetzt werden. 471 zusätzliche Plätze werden im Rahmen eines Sofortprogramms in bestehenden Einrichtungen vorübergehend geschaffen.

Zahlreiche Neubauten geplant

Im Laufe des nächsten Kindergarten-Jahres sollen dann nach der Vorlage der Verwaltung 27 Kitas neu gebaut oder erweitert werden. Damit kommen noch 112 Gruppen mit 1931 Plätzen dazu. Ähnlich viele sollen in den Jahren danach folgen.

Darüber hinaus soll auch die Kindertagespflege weiter ausgebaut werden. 90 Plätze sollen durch die Einrichtung von Kinderstuben, in denen Tagesmütter oder -väter gemeinsam Kinder betreuen, geschaffen werden. Dazu sollen die Trägerförderung in den sozialen Aktionsräumen der Stadt und die Mietkostenzuschüsse angehoben werden.

Höchst unterschiedlich fällt weiterhin der Versorgungsgrad in den verschiedenen Stadtbezirken aus. Während für das nächste Kindergarten-Jahr für die westliche Innenstadt eine Quote von 46,6 Prozent bei den U3-Plätzen angestrebt wird, hinkt vor allem die Nordstadt mit 28,8 Prozent weiterhin weit hinterher. Hier sind es vor allem Platzprobleme, die den Bau von neuen Kitas erschweren.

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