Die Seebrücke in Dortmund fordert ein Ende vom Sterben im Mittelmeer

Demonstration

Die Dortmunder Seebrücke hat für Samstag zu einer Demonstration aufgerufen. Sie stellt konkrete Forderungen zum Schutz von Geflüchteten, auch an die Stadt Dortmund.

Dortmund

, 14.12.2018 / Lesedauer: 2 min
Die Seebrücke in Dortmund fordert ein Ende vom Sterben im Mittelmeer

Wollen die Aufmerksamkeit der Dortmunder auf das Sterben im Mittelmeer lenken (v.l.): Amelie Bastuck, Hagen Dorgathen, Clara Dornseifer, Joachim Spehl und Anja Sportelli. © Marie Ahlers

Von allen Menschen, die die Flucht übers Mittelmeer antreten, stirbt jeder Fünfte bei der Überfahrt, häufig durch Ertrinken.

Doch das Mittelmeer ist weit weg, die Lage im Moment ruhiger als im Sommer, weil weniger Menschen im Winter über das Meer flüchten. „Immer mehr Menschen verlieren das Interesse an dem Problem“, sagt Anja Sportelli.

Sie macht die EU dafür verantwortlich. Die EU versuche, die Geflüchteten immer weiter von den EU-Außengrenzen fernzuhalten und arbeite beispielsweise mit der libyschen Küstenwache zusammen. „Das Sterben im Mittelmeer wird von den Verantwortlichen nicht nur in Kauf genommen, es ist sogar gewünscht“, sagt sie wütend.

Den Seenotrettern den Rücken stärken

Zusammen mit der Dortmunder Seebrücke möchte Sportelli die Aufmerksamkeit für das Thema hochhalten. Deshalb ruft der hiesige Ableger der internationalen Bewegung Seebrücke für Samstag zur Teilnahme an der Demonstration „Schafft sichere Häfen“ auf.

Kundgebung der Seebrücke Dortmund, Samstag (15.12.), 13 bis 16 Uhr. Auftakt ist am Platz der Alten Synagoge, die Route führt dann über Hansastraße, Hiltropwall, Hoher Wall, Westentor, Kampstraße (Zwischenkundgebung Höhe DSW21) und Freistuhl zum Platz der Deutschen Einheit (Ende).

Die Organisatoren wollen mit der Demo nicht nur auf das Sterben im Mittelmeer aufmerksam machen, sondern auch den Seenotrettern im Mittelmeer den Rücken stärken.

Drei Forderungen hat die Dortmunder Seebrücke formuliert, die sie am Samstag bei der Demo durch die Innenstadt in die Öffentlichkeit bringen möchte.

Die Organisatoren stellen drei Forderungen

  • Städte haben die Möglichkeit, sich symbolisch zum sicheren Hafen für Geflüchtete zu ernennen. Das fordert die Seebrücke auch von der Stadt Dortmund.
  • Zweitens fordert die Bewegung, dass sichere Fluchtwege geschaffen werden, damit sich niemand mehr auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer machen muss.
  • Die dritte Forderung bezieht sich auf Nichtregierungsorganisationen und ehrenamtliche Helfer, die im Mittelmeer Menschen in Seenot retten. Diese sollen nicht weiter kriminalisiert werden.

Die Demonstration ist für 400 Personen angemeldet, die Organisatoren wünschen sich aber natürlich mehr Leute, die gemeinsam mit ihnen ein Ende des Sterbens im Mittelmeer fordern.

„Toll wäre es, wenn noch mehr Menschen als beim letzten Mal kommen“, sagt Sportelli. Bei der Demonstration im August zählte die Seebrücke rund 700 Teilnehmer.

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