Die Malteser bringen Wärme auf Dortmunds Straßen

dzDortmunder Engagement

Der Wärmebus der Malteser bringt Suppe, Schlafsäcke und Kleidung an Orte, an denen oft nicht nur körperliche, sondern ganz besonders auch emotionale Wärme gebraucht wird.

von Rebekka Antonia Wölky

Dortmund

, 30.08.2019, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Winter an drei Abenden, im Sommer an einem Abend in der Woche ist der Wärmebus der Malteser in Dortmund unterwegs. Am Hauptbahnhof, im Stadtgarten und auf dem Westenhellweg verteilen die Ehrenamtlichen des Projekts warme Suppe, Schlafsäcke und Kleidung an wohnungslose Menschen. Sie geben nicht nur physische, sondern auch emotionale Wärme weiter.

In Dortmund ist das Projekt im Dezember 2018 gestartet. Damit sei man hier aber relativ spät dran, sagt Mona Kurek. Die 41-Jährige ist für den Dortmunder Wärmebus verantwortlich. In anderen Städten gebe es Wärmebusse bereits seit längerer Zeit. Entstanden ist die Idee aus einem Projekt der Malteser Jugend. Die Jugendlichen hatten 2015 zunächst eine ähnliche, aber bloß einmalige Aktion für Obdachlose gestartet. Und danach den Wunsch gehabt, diese weiterzuführen.

Der Weg bis zu einem eigenen Wärmebus sei jedoch steinig gewesen, erinnert sich Mona Kurek: „Irgendwann haben wir gemerkt, dass es wichtig ist, einfach anzufangen.“ Zu Beginn mit Fünf-Minuten-Terrinen und heißem Wasser im Gepäck. Mittlerweile engagieren sich beim Dortmunder Wärmebus 70 Ehrenamtliche. Mit nicht nur einem Bus, sondern sogar zwei Fahrzeugen. Und einem großen Topf frischer Suppe.

Begegnungen auf Augenhöhe

Die Menschen, die das Angebot des Wärmebusses regelmäßig nutzen, werden nicht überall mit Respekt behandelt. „Viele unserer Gäste erzählen uns, dass sie beleidigt und angegangen werden. Dass jemand ihnen einfach etwas schenkt kennen sie leider nicht“, sagt Kurek. Wichtig ist ihr darum, dass die Begegnungen mit den Gästen auf Augenhöhe stattfinden und dass sich Helfer und Bedürftige gegenseitig wertschätzen.

Dieses Konzept geht auf – und zwar in beide Richtungen: „Wenn irgendjemand uns gegenüber unfreundlich ist, klären unsere Gäste das sofort“, sagt Kurek. Die Dankbarkeit, die die Ehrenamtlichen bei ihrer abendlichen Runde an Hauptbahnhof und Stadtgarten erführen, sei riesig.

Warmhaltevorrichtung

Pro Tour können maximal acht Helfer mitfahren. An den Haltepunkten komme regelmäßig auch ein Sozialarbeiter dazu, sagt Kurek. Los geht es um 18 Uhr am Johannes-Hospital. Ein Fahrzeug fährt von dort aus zum Bäcker, das andere zum Christinenstift, um die Suppe abzuholen. Gegen 19 Uhr halten die Ehrenamtlichen am Hauptbahnhof, um 20 Uhr geht es weiter zum Stadtgarten. Essen, das später am Abend noch übrig ist, verteilen sie auf dem Osten- und Westenhellweg.

Weil es besonders im Winter schwierig ist, die Suppe über eine so lange Zeit warm zu halten, möchten die Malteser eine Wärmevorrichtung für einen der Busse anschaffen. Das Preisgeld für den Ehrenamtspreis könnte ihnen dabei helfen.

Der Ehrenamtspreis „Dortmunder Engagement 2019“ wird vom Lensing Media Hilfswerk, den Ruhr Nachrichten , Radio 91.2 und den Apotheken Ausbüttels verliehen. Ab sofort bis einschließlich Samstag, 14. September, können Sie hier als Leser der Ruhr Nachrichten und Hörer von Radio 91.2 für Ihren Favoriten abstimmen. Fünf Gewinner dürfen sich über das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro freuen.
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