Polizei Dortmund streicht Derby-Sondereinsatz nach Absage des Spiels

dzBVB - Schalke

Schon vor der Nachricht einer Absage des Fußball-Derbys sollten die Zuschauer fernbleiben. Davon konnte aber niemand ausgehen. Deshalb wollte die Polizei zu besonderen Mitteln greifen.

Dortmund

, 13.03.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktualisierung 17.50 Uhr:

Nachdem das Fußball-Derby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 abgesagt wurde, teilt die Polizei nun mit: „Nach aktuellem Stand findet kein polizeilicher Sondereinsatz statt.“

Erstmeldung von Freitagmittag:

Auf „veränderte Rahmenbedingungen“ bereitet sich die Polizei Dortmund mit Blick auf das inzwischen abgesagte Fußball-Derby am Samstag (14.3.) vor. So hat es Polizeipräsident Gregor Lange in einer Pressekonferenz am Freitagmittag formuliert. Anders als beim normalen Derby-Großeinsatz wissen die Beamten nicht, was sie erwartet.

Die Einsatzkräfte müssen sich auf eine diffuse unbekannte Situation vorbereiten. Trotz aller Appelle, sich nicht in größeren Gruppen aufzuhalten, besteht die Möglichkeit, dass manche Gruppierungen Auseinandersetzungen suchen.

Keine Mitteilung vonseiten der Schalker Fans

Im Bündnis Südtribüne sind mehr als 3000 Dortmunder Fans, inklusive der größeren Ultra-Gruppen zusammengeschlossen. Am Donnerstagabend haben diese Unterstützer bereits mitgeteilt: „Wir werden uns nicht vor dem Westfalenstadion versammeln.“ Mit diesem „verhältnismäßig kleinen Schritt“ könne jeder ein unnötiges Risiko vermeiden.

BVB-Organisationschef Dr. Christian Hockenjos sagt: „Wir haben unsere Erwartungshaltung gegenüber dem FC Schalke 04 artikuliert.“ Die Gelsenkirchener haben am Donnerstag an ihre Fans appelliert: „Liebe Schalker, bitte fahrt nicht nach Dortmund.“ Von Schalker Fan-Seite gibt es so eine Mitteilung - Stand Freitag 15 Uhr - nicht.

Polizeipräsident Lange sagt: „Wir haben alle gemeinsam ein Projekt.“ Jeder einzelne in der Gesellschaft müsse sich überlegen, was er oder sie dazu beitragen kann, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.“

„Wir wissen, dass wir es mit Personengruppen zu tun haben, die das womöglich ignorieren wollen“, sagt Lange. Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre müsse die Polizei davon ausgehen, dass einige Menschen gewaltsame Auseinandersetzungen suchen. Konspirative Anreisewege wurden zuletzt etwa im Kreuzviertel unterbrochen, vor wenigen Wochen gab es erst einen nächtlichen Überfall von Schalkern auf Dortmunder Fans.

Strategische Fahndung fürs ganze Stadtgebiet

Um Straftaten bereits frühzeitig zu verhindern, hat der Polizeipräsident eine sogenannte Strategische Fahndung angeordnet. Mit diesem Mittel können bereits seit Donnerstagabend Personen anlassunabhängig im gesamten Dortmunder Stadtgebiet kontrolliert werden. Unter anderem kann die Polizei auch Autos anhalten, um die Insassen zu befragen.

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Diese drastische Maßnahme ist der Behörde mit dem aktuellen Polizeigesetz gegeben. „Die Anordnung ist zeitlich und örtlich auf den genannten Zweck zu beschränken“, steht dort im Gesetz. Lange zufolge ist im aktuellen Fall das gesamte Dortmunder Stadtgebiet gemeint, in den 24 Stunden ab Freitagabend, 19 Uhr.

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