Der Finalist „Projekt Ankommen e.V.“ gibt Flüchtlingen in Dortmund ein Zuhause

Dortmunder Engagement

„Projekt Ankommen“ hilft Flüchtlingen beim Umzug in die erste Wohnung in Deutschland. Weil die Spenden zurückgehen, fehlen Möbel für die Ersteinrichtung. Vor allem Kinderbetten.

von Rebekka Antonia Wölky

Dortmund

, 30.08.2019, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Finalist „Projekt Ankommen e.V.“ gibt Flüchtlingen in Dortmund ein Zuhause

Viele, denen „Ankommen“ beim Start in ein neues Leben in Deutschland geholfen hat, machen sich mittlerweile selbst für den Verein stark und helfen ehrenamtlich mit. © Rebekka Wölky

Das Projekt „Ankommen“ ist ein Verein mit vielfältigen Aufgaben. Vor allem helfen Ehrenamtliche Geflüchteten, die die Flüchtlingsunterkunft verlassen und in ihre erste eigene Wohnung in Dortmund ziehen. Möbel müssen angeschafft und Mietverträge unterzeichnet werden. Umzugshilfe stellt der Verein auch zur Verfügung.

Mehr als 430 Ehrenamtliche engagieren sich mittlerweile im Projekt Ankommen, das 2015 angesichts der Flüchtlingskrise gegründet wurde. Viele Helfer sind selbst Geflüchtete, denen „Ankommen“ beim Start in ihr Leben in Deutschland geholfen hat. Und die dann wiedergekommen sind, um wiederum mit anzupacken.

Noch immer kommen neue Menschen an

Nun ist der Verein einer der Finalisten für den Ehrenamtspreis „Dortmunder Engagement“. Mit dem Preisgeld möchte „Ankommen“ vor allem Möbel für die ersten Wohnungen anschaffen. „Wir haben zwar viele Helfer, aber die Spenden lassen nach. Vielen Leuten ist nicht bewusst, dass auch heute immer noch neue Menschen ankommen“, erklärt die Ehrenamtliche Nahid Farshi. Vor allem mangele es an Kinderbetten. „Ankommen“ bietet aber längst nicht mehr nur Umzugs- und Starthilfe an. Immer mehr fokussiert der Verein sich auch auf Themen wie Arbeit und Bildung. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Karina Breiling.

Auch Sportangebote gibt es, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. „Ankommen“ organisiert unter anderem Fußball- und Schwimmkurse. Denn beim Sport spielen Herkunft und Nationalität keine Rolle und es können relativ einfach neue Kontakte geknüpft werden, die wiederum bei der Integration helfen.

Gegen Hetze und Empathielosigkeit

Viele Ehrenamtliche übernehmen auch Patenschaften für Geflüchtete. Die Paten organisieren dann zum Beispiel Freizeitaktivitäten mit den Neuankömmlingen, stehen aber auch als Begleitpersonen für Behördengänge zur Verfügung und helfen beim Ausfüllen von Formularen.

„Ankommen ist für beide Seiten wichtig“, so Farshi. „Für Menschen, die hier in Deutschland auf sich allein gestellt sind, aber auch für die Ehrenamtlichen, die mit den Flüchtlingen in Kontakt kommen.“ Seit vier Jahren engagieren sich die Ehrenamtlichen beim Projekt „Ankommen“ kontinuierlich, haben sich mittlerweile ein großes Netzwerk aufgebaut und die Anzahl ihrer Mitglieder stark erhöht.

Was sie motiviert und ihnen Kraft gibt, weiterzumachen? „Dass die Menschen glücklich sind, wenn sie von uns genau die Hilfe bekommen, die sie wirklich brauchen“, sagt Nahid Farshi. Auch gegen Berührungsängste und Hetze setzen die Helfer mit ihrem Engagement ein Zeichen. „Es ist für uns persönlich wichtig, gegen Empathielosigkeit und unbeteiligtes Schulterzucken vorzugehen“, so Farshi.

Der Ehrenamtspreis „Dortmunder Engagement 2019“ wird vom Lensing Media Hilfswerk, den Ruhr Nachrichten , Radio 91.2 und den Apotheken Ausbüttels verliehen. Ab sofort bis einschließlich Samstag, 14. September, können Sie hier als Leser der Ruhr Nachrichten und Hörer von Radio 91.2 für Ihren Favoriten abstimmen. Fünf Gewinner dürfen sich über das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro freuen.
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