Weil die Trägergesellschaft des Revierparks Wischlingen in finanzieller Not ist, will die Stadt ihren Zuschuss um 250.000 Euro kräftig erhöhen. Der Partner RVR will nicht mitziehen.

Dortmund

, 25.11.2018, 18:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Streit um die Zukunft des Revierparks Wischlingen schwelt schon seit gut zwei Jahren. Bislang tragen Stadt und Regionalverband Ruhr (RVR) 50 Prozent an der Revierpark Wischlingen GmbH als Trägergesellschaft. Während die Stadt an diesem Modell festhalten will, möchte der RVR alle Revierparks in einer neugegründeten Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr aufgehen lassen. Jetzt spitzt sich der zuletzt ausgesessene Streit dramatisch zu. Denn dem Revierpark Wischlingen geht das Geld aus.

„Die wirtschaftliche Lage der Revierpark Wischlingen GmbH ist seit mehreren Jahren angespannt“, teilt die Verwaltung der Politik in einer Vorlage mit. Während man es in den letzten Jahren noch geschafft habe, steigende Kosten trotz der seit Jahrzehnten nicht mehr erhöhten Zuschüsse der beiden Gesellschafter von je 476.000 Euro auszugleichen, sei dies nun „aus eigener Kraft nicht mehr zu kompensieren, heißt es mit Verweis auf gestiegene Energie- und Personalkosten. Für dieses Jahr wird ein Fehlbetrag von 150.000 bis 200.000 Euro prognostiziert, der 2019 noch weiter steigen dürfte.

Höherer Zuschuss dringend nötig

Die Konsequenz: „Zur Sicherstellung der Liquidität der Revierpark Wischlingen GmbH ist eine Zuschusserhöhung zwingend erforderlich“, heißt es im Schreiben der Verwaltung. Die Stadt Dortmund wäre bereit, ihren jährlichen Zuschuss von bislang 476.000 Euro um 250.000 Euro und damit „deutlich und im erforderlichen Maß zu erhöhen, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten“, erklärt Kämmerer Jörg Stüdemann in einem Brief an RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel.

Die lässt in ihrem Antwortschreiben allerdings keinen Zweifel daran, dass der RVR dabei nicht mitziehen wird. Sie sehe die Brisanz einer möglichen Zahlungsunfähigkeit der Revierpark Wischlingen GmbH nicht, teilt die RVR-Chefin mit. Und am Ende stellt sie unmissverständlich mit: Der Haushaltsplanentwurf 2019 des RVR sehe keine Zuschusserhöhung für den Revierpark Wischlingen vor.

RVR-Chefin schlägt Parkplatz-Gebühren vor

Dass die Finanzausstattung der Gesellschaft langfristig verbessert werden muss, räumt auch Geiß-Netthöfel ein. Sie bevorzugt dafür aber andere Möglichkeiten als eine Zuschusserhöhung. So könnte der Park etwa durch die Einführung von Parkplatz-Gebühren seine Einnahmen erhöhen oder umgekehrt das bisherige Leistungsangebot hinterfragen. Schließlich verweist sie süffisant darauf, dass sie weiterhin die Kooperation oder Integration mit der neuen Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr als die „erfolgversprechendste Lösung“ ansehe.

Dass es mit der gleichberechtigten Partnerschaft beim Revierpark nicht mehr weit her ist, zeigt die Verwaltung auch mit Blick auf die Investitionen der letzten Jahre auf. Von 4,5 Millionen Euro die in den letzten zehn Jahren im Park investiert wurden, brachten die Trägergesellschaft selbst 2 Millionen Euro auf. Die Stadt leitete Konjunkturpaket-Mittel von 1,5 Mio. Euro weiter und zahlte Sonderzuschüsse von 700.000 Euro, der RVR lediglich 325.800 Euro.

Mit der generellen Zuschusserhöhung um 250.000 Euro scheint die Stadt nun auch allein zu bleiben – wenn denn der Rat am 13. Dezember zustimmt.

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