DB Regio oder Eurobahn – der Streit um S1 und S4 geht weiter

dzStreit mit VRR

Der VRR hat Nägel mit Köpfen gemacht und den Betrieb der S-Bahn-Linien S1 und S4 für weitere zwei Jahre an die DB Regio vergeben. Doch auch diese Entscheidung könnte noch mal kippen.

Dortmund

, 02.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für einen Paukenschlag hatte der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) gesorgt als er Mitte September ankündigte, den ab Mitte Dezember laufenden Vertrag für den Betrieb der S-Bahn-Linie S1 und S4 mit dem Verkehrsunternehmen Keolis kurzfristig zu kündigen.

Keolis Deutschland, auch als Eurobahn unterwegs, habe nicht genügend Fahrpersonal stellen und damit „keinen für den Fahrgast zuverlässigen Betrieb der Linien ab Mitte Dezember garantieren“ können, hieß es zur Begründung.

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Am Montag (30.9.) meldete der VRR dann, dass man den bisherigen Betreiber DB Regio NRW für weitere zwei Jahre ab dem Fahrplanwechsel zum 15. Dezember 2019 mit dem Betrieb der S-Bahn-Linie S1 und S4 beauftragt habe. Parallel zu dieser „Notvergabe“ würden die beiden S-Bahn-Linien im Rahmen eines europaweiten wettbewerblichen Vergabeverfahrens neu ausgeschrieben. Mit einer Entscheidung für den Betrieb ab Dezember 2021 sei voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 zu rechnen.

Einspruch vor Vergabekammer

Beide Linien sind vor allem im Nah- und Regionalverkehr in Dortmund von besonderer Bedeutung. Die S1 fährt zwischen Dortmund-Hauptbahnhof und Solingen quer durchs Ruhrgebiet und bindet unter anderem die Universität an, die S4 fährt entlang des Hellwegs von Unna nach Lütgendortmund.

Der ausgebootete Konkurrent Keolis, der ursprünglich nach einer europaweiten Ausschreibung ab dem 15. Dezember den Fahrbetrieb auf den beiden S-Bahn-Linien übernehmen sollte, will sich damit aber nicht abfinden.

Man habe am vergangenen Donnerstag (26.9.) gegen die Direktvergabe Einspruch bei der Vergabekammer Westfalen eingelegt, bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage. Eine Entscheidung werde in den nächsten fünf bis neun Wochen erwartet.

Weiter Hoffnung auf Gespräche

Möglicherweise könnte damit erst Ende November Klarheit herrschen, welches Unternehmen Mitte Dezember den Fahrbetrieb auf den S-Bahn-Linien S1 und S4 übernimmt.

Keolis hatte darauf verwiesen, dass man bereits zahlreiche Fahrer für den Betrieb der S-Bahnen ausgebildet habe und dies weiter tue. Für die Übergangszeit hatte man darauf gehofft, Fahrer der DB Regio ausleihen zu können. „Wir wollen das im Schulterschluss machen“, erklärt die Keolis-Sprecherin. Insofern hoffe man weiterhin, die Gespräche mit dem VRR und DB Regio fortsetzen zu können. „Wir sind nach wie vor gesprächsbereit.“

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