Das Subrosa in der Dortmunder Nordstadt hat jetzt einen neuen Chef - das sind seine Pläne

dzHafenschänke

In einer der außergewöhnlichsten Kneipen Dortmunds gibt es Veränderungen. Die Hafenschänke Subrosa hat offiziell einen neuen Chef. Das hat er mit der Nordstadt-Kneipe vor.

Dortmund

, 18.07.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hafenschänke Subrosa, seit 26 Jahren an der Gneisenaustraße ein Ort für Subkultur, Musik und eine spezielle Form der Gemütlichkeit, hat verkündet, dass ein neuer „Kapitän“ künftig „Hamburgs südlichste Hafenbar“ leitet. Simon Grimm (35) hat zum 1. Juli die Leitung der Musikkneipe übernommen. Gründer Cornel Alex bleibt weiter unterstützend mit dabei und wird sich unter anderem um die Tontechnik bei Konzerten kümmern.

Der neue Chef sagt: „Eine andere Kneipe hätte ich nicht übernommen.“ Simon Grimm ist sozusagen vom Gast zum Betreiber geworden. Vor sechs Jahren zog der gelernte Reederei-Kaufmann aus Hamburg nach Dortmund. Und fand mit dem Subrosa einen Ort, an dem er sich als Musik- und Kneipenkulturliebhaber wohlfühlte.

Im Juli 2018 gab es Verwirrung über die Schließung des Subrosa

Es kam der Juli 2018, in dem ein Teil der Dortmunder Gastronomieszene plötzlich in Aufruhr war. Cornel Alex hatte über Facebook die „Funeral Days“ (Begräbnis-Tage) ausgerufen und angekündigt, das Subrosa nach 25 Jahren in andere Hände zu geben. Einige Medien folgerten daraus die sofortige Schließung der legendären Kneipe - und mussten die Meldung einige Tage später wieder korrigieren.

Denn die Hafenschänke blieb geöffnet. Wenn auch mit leicht reduziertem Programm, weil sich Cornel Alex darum kümmerte, dass sein „Baby“ eine Zukunft hat. Simon Grimm sagt, er habe „irgendwann spaßeshalber den Finger gehoben“. Die Gespräche wurden konkreter. Und jetzt leitet Simon Grimm zum ersten Mal in seinem Leben einen Gastronomie-Betrieb.

Live-Musik soll noch wichtiger werden im Subrosa

„Wir wollen wieder mehr auf Musik gehen“, sagt er. So wird die Live-Reihe „Friday Night Music Club“ mit überwiegend lokalen und regionalen Bands bei freiem Eintritt wieder neu aufgelegt. Unter der Woche wird es weiterhin Konzerte mit Eintritt geben. Das Subrosa hat sich bei Musikern in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet.

Es soll wieder öfter DJ-Abende geben. Das Essensangebot bekommt noch einen stärkeren Akzent auf Vegetarisches/Veganes. Simon Grimm möchte den Charakter des Subrosa nicht verändern. „Wir wollen keine rote Kordel haben, jeder darf vorbeischauen“, sagt Simon Grimm über das „sehr gemischte Publikum“.

Fußballübertragungen wird es weiterhin nicht geben

Fußball wird es in der Kneipe, die einst bei der WM 2006 im FIFA-Turnierführer einer von vier Dortmunder Gastro-Tipps war, weiterhin nicht zu sehen geben. 2017 war dieser „geschäftlicher, persönlicher und politische Entschluss“ gefallen, um gegen die Preispolitik des Senders Sky zu protestieren.

Was ebenfalls bleibt: Eine gewisse Überzeugung, aus der heraus an der Gneisenaustraße 56/Ecke Feldherrnstraße das Kneipengeschäft betrieben wird. Unter dem Schlagwort „Solid Union“ gibt es reduzierte Bierangebote für Hartz-IV-Empfänger, Berufskünstler FSJler sowie Schüler und Studenten.

Im Newsletter des Subrosa heißt es dazu: „Moderne Ausgrenzung funktioniert auch monetär - und ist mit Ursache für die aktuelle, durchaus auch besorgniserregende Stimmung im Land. Darüber sollten wir reden. Alle, miteinander. Nicht nur an Weihnachten. Und gerade auch mit denjenigen, die sich einen Gang in die Kneipe schon lange nicht mehr leisten können.“

Das sind die nächsten Termine im Subrosa:

  • 19. Juli (Freitag): One Oak. Crossover-Pop mit Synth-Bass, Funk-Gitarre und Disco-Groove, 20 Uhr, Eintritt frei.
  • 26. Juli (Freitag): Katastrophen-Kommando. Pogo-tauglicher Sound zwischen Die Ärzte und Wizo, 20 Uhr, Eintritt frei.
  • Weitere Termine für die „Friday Night Session“ stehen bereits bis Jahresende fest. Alle Termine gibt‘s hier.
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