Das Mütterzentrum Dortmund vermittelt Wunschgroßeltern

Dortmunder Engagement

Das Projekt „Wunschgroßeltern“ stellt generationenübergreifende Kontakte zwischen Kindern und Senioren her. Das fördert den Austausch zwischen den Generationen.

von Rebekka Antonia Wölky

Dortmund

, 30.08.2019, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Mütterzentrum Dortmund vermittelt Wunschgroßeltern

Rosemarie Sauer organisiert den Kontakt zwischen Kindern und ihren Wunschgroßeltern. Auf dem Spielplatz könnte bald eine neue Mehrgenerationenschaukel stehen. © Rebekka Wölky

Im Mütterzentrum in Dorstfeld finden Senioren, die keine Enkelkinder haben, und Enkelkinder, die keine Großeltern haben, zueinander. Das Projekt „Wunschgroßeltern“ stellt generationenübergreifende Kontakte her – von denen am Ende nicht nur Kinder und Senioren, sondern auch Eltern profitieren. Diese Wunschgroßeltern spielen mit ihren Ersatzenkeln, lesen ihnen vor, gehen mit ihnen auf den Spielplatz.

Geboren wurde das Projekt 2009, gewissermaßen aus der Not heraus: „Eine junge Mutter, die hier im Mütterzentrum gearbeitet hat, hat jemanden für die Betreuung ihres kleinen Kindes gesucht und ist so auf die Idee einer Art Ersatzgroßmutter gekommen“, sagt Rosemarie Sauer. Die 68-Jährige ist seit mittlerweile zweieinhalb Jahren für das Projekt verantwortlich.

„Verschiedene Generationen zusammenzubringen ist immer wichtig“, erklärt sie weiter. „Die Altersklassen müssen lernen, miteinander klarzukommen und zusammenzuleben. Junge Menschen lernen bei uns schon früh Verständnis für ältere aufzubringen.

Viel Papierkram

„Bei der Vermittlung gibt es viel Papierkram, der erledigt werden muss“, sagt Rosemarie Sauer und zieht einen dicken Ordner aus dem Regal, darin auch eine Liste ihrer erfolgreich vermittelten Paare. 26 in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Allein zwischen Januar und August hat Sauer 13 neue Wunschgroßeltern vermittelt.

„Seit wir das Projekt in Zeitung und Radio beworben haben, melden sich immer mehr Menschen bei uns“, sagt Sauer. Der Unterstützungsbedarf durch Wunschgroßeltern sei besonders bei alleinerziehenden Eltern groß.

Nach der Vermittlung steht Rosemarie Sauer auch weiterhin als Ansprechpartnerin zur Verfügung. „Wenn alles gut läuft, hört man selten etwas. Wenn doch einmal Probleme auftreten, geben wir Ratschläge. Eine gewisse Sympathie auf beiden Seiten muss aber natürlich da sein, damit die Partnerschaft funktioniert“, sagt sie.

Mehrgenerationenschaukel

Meist hat die Vermittlung großen Erfolg. „Einige Kinder nennen die Senioren mittlerweile sogar ‚Oma‘ und ‚Opa‘“, sagt Sauer.

Wunschgroßväter melden sich deutlich seltener. „Wir haben aber auch einige Paare, die zu zweit ein Kind betreuen“, sagt Sauer.

Das Wunschgroßeltern-Projekt ist längst nicht das einzige Angebot des Mütterzentrums. Dort gibt es unter anderem ein Café und einen ebenfalls ehrenamtlich organisierten Kinderbetreuungsraum. Das Preisgeld vom „Dortmunder Engagement“ würde Sauer gern in eine Mehrgenerationenschaukel für den Spielplatz hinter dem Haus investieren. „So eine Schaukel bietet sowohl Platz für ältere Menschen als auch gesicherte Sitze für die Kinder“, erklärt sie. Um beim ersten Zusammentreffen von Kindern und Wunschgroßeltern den Bann zu brechen, wäre sie ideal.

Der Ehrenamtspreis „Dortmunder Engagement 2019“ wird vom Lensing Media Hilfswerk, den Ruhr Nachrichten , Radio 91.2 und den Apotheken Ausbüttels verliehen. Ab sofort bis einschließlich Samstag, 14. September, können Sie hier als Leser der Ruhr Nachrichten und Hörer von Radio 91.2 für Ihren Favoriten abstimmen. Fünf Gewinner dürfen sich über das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro freuen.
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