Eine Staue am Phoenix-See mit einer Stoffmaske. Am See in Hörde und an anderen beliebten Ausflugsorten in Dortmund gilt ab dem 27.2. Maskenpflicht. © dpa/Bearbeitung: Leonie Sauerland
Meinung

Das Hin und Her bei den Masken-Regeln in Dortmund ist anstrengend

Dortmund führt an Wochenenden eine Maskenpflicht in Parks ein. Unser Autor findet: So langsam werden die Masken-Regelungen in Dortmund verwirrend. Das hilft der Sache nicht.

Ab Samstag (27.2.) gilt auf dem Rundweg um den Phoenix-See sowie im Fredenbaumpark, Westpark, Rombergpark, Revierpark Wischlingen und Hoeschpark die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Die Absicht dahinter – die Verbreitung des Coronavirus und seiner Mutationen präventiv zu verhindern und dadurch die Inzidenz zu senken – ist richtig. Aber viele verstehen die Maßnahme trotzdem nicht.

Bilder von Polizeieinsatz in Hamburg verstärken die Skepsis

Die Skepsis wird verstärkt durch Bilder aus Hamburg, die am Freitag (26.2.) durch die sozialen Netzwerke gingen. Sie zeigen wie die Polizei in einem Park mit dem Auto in vollem Tempo über die Wiese einen Jugendlichen verfolgt, weil dieser mutmaßlich Freunden ohne Maske zu nah gekommen war.

Die Empörung über den unverhältnismäßigen Einsatz ist groß. Erwartet uns so etwas jetzt auch in Dortmund?

Die Stadt sagt, sie setze „auf den Dialog“, es gehe nicht um harte Kontrollen. Bei genauerem Hinsehen ist die Verschärfung der Maskenpflicht in Parks nicht so rigoros wie sie klingt.

Abseits der Wege darf die Maske unter Einhaltung der Abstandsregeln abgenommen werden. Die Regelung gilt außerdem nur am Wochenende und an Feiertagen zwischen 12 und 18 Uhr.

Einige größere Grünflächen, etwa der Tremoniapark in der westlichen Innenstadt oder Parks in den Stadtteilen, sind gar nicht aufgeführt.

Von der Kaiserstraße in den Westpark: Welche Masken-Regeln gelten?

Was bringt dann die Verschärfung der Regeln? Müsste man nicht alle Grünflächen aufnehmen? Und: Wer blickt überhaupt noch durch, was in Dortmund an welcher Stelle gilt?

Würde ich am Samstag alle Masken-Regeln eins zu eins umsetzen, würde mein Weg vom Osten in den Westen der Innenstadt wie folgt aussehen.

Ich gehe ohne Maske aus dem Haus. Ich steige dann in die Bahn, wo ich eine medizinische Maske tragen muss.

Ankunft an der Kaiserstraße. Dort muss ich keine Maske tragen, weil ich mich nicht in einer Fußgängerzone befinde. Voll ist es hier trotzdem.

Erreiche ich den Westenhellweg, muss ich die Maske wieder aufsetzen. Sie darf auch aus Stoff sein. Es sei denn, ich betrete ein Geschäft. Dann muss ich auf eine medizinische Maske wechseln.

Maskenpflicht innerhalb des Walls ist weg, Maskenpflicht im Park kommt

Verlasse ich den Westenhellweg in eine Seitenstraße, darf ich die Maske wieder absetzen. Hier darf ich auch essen, was mir in der Fußgängerzone nur in medizinisch notwendigen Situationen erlaubt ist.

Bis zum 16.2. hatte die Maskenpflicht in der Innenstadt noch überall innerhalb des Wallrings gegolten. Die Stadt Dortmund hatte diese Regelung wieder aufgehoben.

Ab wann bin ich „abseits der Wege“?

Im Westpark heißt es wieder: Maske auf. Ich setze mich auf eine Parkbank und werde unsicher: Bin ich jetzt abseits des Weges? Oder müsste ich mich zwei Meter weiter auf die Wiese setzen, um dem „Dialog“ mit dem Ordnungsamt zu entgehen?

Das ist mir zu kompliziert. Vom Park aus gehe ich 100 Meter weiter und stelle mich an die Möllerbrücke oder den Sonnenplatz. Dort brauche ich gar keinen Mund-Nasen-Schutz, obwohl ich anderen möglicherweise näher komme als auf den Wegen im Park.

Entspannung ist einfacher abseits der Hotspots

Es gäbe eine einfache Lösung für all diese Fragen: Einfach immer dort eine Maske zu tragen, wo Menschen zusammenkommen, ob drinnen oder draußen.

Das ist nicht vorgeschrieben, also müsste es freiwillig passieren. Die Bilder von vollen Ausflugszielen am vergangenen Wochenende zeigen, dass diese freiwillige Vernunft nicht jedem gegeben ist.

Es sei betont: Ich persönlich habe mit dem Masken-Tragen überhaupt kein Problem (außer beschlagenen Brillengläsern).

Aber es ist wie mit allen Corona-Regeln: Sie müssen nachvollziehbar sein, sonst werden sie nicht akzeptiert. Das wäre das Gegenteil dessen, was die Stadt Dortmund bezweckt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth
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