Das Ende von Windows 7: Für Dortmunder gibt es Alternativen zum Wegwerfen von Computern

dzMicrosoft

Auf Dortmund rollt eine Welle aus Elektroschrott zu: Microsoft stellt den Support für das Betriebssystem Windows 7 ein. Doch Wegwerfen muss nicht sein. So können Nutzer alte Geräte retten.

Dortmund

, 15.01.2020, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Betriebssystem Windows 7 erhält seit dem 14. Januar keine Aktualisierungen mehr. Dadurch ist es besonders anfällig für Netzwerkangriffe und Schadsoftware. Die digitale Identität von Nutzern ist gefährdet, etwa persönliche Daten und Dateien, Passwörter, Kommunikationen oder Bankdaten. Experten empfehlen, Geräte mit Windows 7 nicht mehr zu nutzen.

Gleichzeitig haben geschätzt 30 Prozent der PC-Anwender das System aktuell noch auf Laptop oder PC. Viele stehen vor der Frage: Was ist jetzt zu tun?

Neue Geräte sind nicht immer notwendig

Die erste Reaktion vieler Menschen hat der Dortmunder Medienkünstler Daniel Schlep in den vergangenen Wochen bemerkt. Je näher der 14. Januar rückte, umso mehr Menschen kamen zu ihm, um ihre alten Geräte loszuwerden.

Schlep arbeitet vermeintlich unbrauchbare Geräte auf und nutzt sie durch das Aufspielen von freier Software und dem Betriebssystem Linux weiter. „Ich habe aktuell in meinem Studio über 50 Rechner, größtenteils Standrechner, die mir innerhalb weniger Wochen als zu schlecht, als zu langsam oder als angeblicher Elektroschrott übergeben wurden“, sagt Daniel Schlep.

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Er werde „überhäuft mit Anfragen“ von Windows-7-Nutzern, die auf Linux umsteigen möchten oder Fragen haben. Linux ist frei gestaltbar und nicht vom Support eines Unternehmens abhängig, erfordert aber möglicherweise etwas Schulung und Gewöhnung.

„Kreatives Upcycling“: neue Chance für alte Rechner

Das „kreative Upcycling“ hält Daniel Schlep für unverzichtbar, um den Kreislauf von immer neuen Geräten und neuem Schrott zu durchbrechen. Durch das Nutzen herstellerunabhängiger Software wie Linux oder Firefox würden „aus Elektroschrott neue Werkzeuge“.

Daniel Schlep sagt: „Wir müssen uns jetzt Gedanken über unsere zukünftige Mediennutzung machen.“ Hersteller wie Apple oder Microsoft stellten Geräte und Betriebssysteme so her, dass nach einer bestimmten Zeit ein Neukauf erforderlich erscheint.

Mit dieser Haltung ist der Höchstener auch in der Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen und anderen Institutionen unterwegs. Das Umweltamt unterstützt seine Aktivitäten ausdrücklich.

Wer Fragen zu seinem Gerät hat oder es an spezielle Verwertungsbetriebe spenden möchte, kann sich per E-Mail bei Daniel Schlep (info@danielschlep.de) melden.

Freie Software wird auch bei Stadtverwaltung immer wichtiger

Mittlerweile hat auch die Stadtverwaltung das Potenzial von Freier Software erkannt. Es gibt den Masterplan „Digitale Verwaltung - Arbeiten 4.0“, in dem es unter anderem darum geht, Wege zur Reduzierung von Abhängigkeiten zu einzelnen IT-Anbietern zu finden.

Eine Arbeitsgruppe Freie Software – bestehend aus dem Dortmunder Systemhaus, dem Personalrat der Stadtverwaltung Dortmund und der Bürgerinitiative Do-Foss (Initiative für den Einsatz Freier und Quelloffener Software/Free and Open Source Software) – hat erste Gespräche geführt.

Bis die politischen Gremien Ergebnisse zu sehen bekommen, wird es noch bis 2022 dauern. Personal- und Organisationsdezernent Christian Uhr sagt: „Die neu gewonnenen Erkenntnisse werden uns dabei helfen, Abhängigkeiten vorzubeugen und auch in Zukunft digital handlungsfähig zu bleiben.“

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