Das Ausflugslokal „Zur Lennemündung“ bekommt eine neue Pächterin

dzHengsteysee

Bewegung am Ruhrsteilhang: Die Gaststätte „Zur Lennemündung“ bekommt eine neue Pächterin. Damit endet am Hengsteysee eine besondere Gastronomie-Geschichte – und eine neue startet.

Syburg

, 09.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Seit sechs Jahren hat Martina John um ihren Traum gekämpft. Sie war Pächterin der Gaststätte mit Biergarten in traumhafter Lage. Direkt am Ruhrtal-Radweg, mit Blick auf den Hengsteysee, dazu die Syburger Gebirgslandschaft im Rücken. Bis März 2017 sorgte allerdings die Sperrung des Ruhrtal-Radwegs direkt vor dem Eingang der „Lennemündung“ für erhebliche Einschränkungen.

Jetzt hat Martina John von den Eigentümern, der Syburger Familie Weitkamp, die Kündigung erhalten. „Wir möchten etwas Neues ausprobieren“, sagt Anke Weitkamp. Es gebe bereits eine Nachfolgerin, die auch den Kiosk am Campingplatz übernehmen werde.

Gekündigte Pächterin ist verärgert über die Art und Weise der Kündigung

Martina John sagt: „Es war nicht meine Entscheidung.“ Sie lässt durchklingen, dass sie mit der Art und Weise der Kündigung nicht einverstanden ist, weil es noch im Sommer andere Signale gegeben habe. Es seien zudem Probleme mit dem Abwassersystem aufgetreten, die sie auf eigene Rechnung habe bezahlen müssen.

„Ich war die Lückenbüßerin, die Landschaftspflegerin und die Gebäudepflegerin“, sagt Martina John. Sie habe rund 20.000 Euro in das Projekt investiert.

Anke Weitkamp spricht von „internen“ Gründen. „Wir machen es auch nicht gerne. Aber es gab ein paar Sachen, die uns nicht gefallen haben, und es hat sich nichts geändert.“

Martina John wirkt ermüdet von den Anstrengungen. Der Sommer 2018 bescherte ihr noch einmal ein Rekordjahr – das sie kaum genießen konnte. Ein Unterschenkelbruch setze sie außer Gefecht, als der Laden brummte. Im Jahr zuvor hatten Probleme mit dem Abwassersystem an den Nerven gezerrt.

Sperrung des Ruhrrtal-Radwegs hat die Gastronomin immer wieder unter Druck gesetzt

„Der Kampf der vergangenen Jahre hat unendlich Kraft gekostet.“ Denn die Traumlage war über die meiste Zeit bloß theoretisch. In der Realität setzte die mehrjährige Sperrung des Ruhrtal-Radweges die Gastronomin unter Druck. Sie erhielt dabei immer wieder viel öffentliche Unterstützung. Das Alltagsgeschäft blieb schwierig.

Der Ruhrtalradweg wurde wegen Steinschlaggefahr 2012 erstmals gesperrt. Die Hangsicherung war im Frühjahr 2017 fertiggestellt worden. Zur Wiedereröffnung am 30. März 2017 kamen OB Ullrich Sierau und viele andere Offizielle. Martina John kritisiert, dass sie auf Verlusten sitzen bleibt, weil die Stadt Dortmund aus ihrer Sicht zu lange für die Hangsicherungsarbeiten benötigt habe.

Den Ruhrtalradweg passieren an dieser Stelle mehrere Tausend Touristen. In Fahrtrichtung Hagen ist die Gaststätte „Zur Lennemündung“ die einzige gastronomische Option bis Herdecke. Das Ausflugsschiff „Freiherr vom Stein“ hält vor der Gaststätte.

Martina John bleibt die Erkenntnis, dass ihre Art, die „Lennemündung“ zu führen, zumindest die Gäste überzeugt hat. Hardy Bensberg ist Teil einer Wandergruppe, die regelmäßig an dieser Stelle Station macht. Das Treffen im November war das letzte mit der „sympathischen Wirtin“. Hardy Bensberg sagt: „Viele anwesende Fans dieses schönen Naturbiergartens sind nicht nur traurig, sondern in großem Unverständnis über die möglichen Hintergründe empört.“

Eigentümer sind optimistisch, dass es in Zukunft gut läuft

Am Ende sind Pächterwechsel im Gastronomie-Geschäft kein ungewöhnlicher Vorgang. Martina John jedenfalls sorgt sich nicht um ihre Zukunft. „Ich finde wieder meinen Weg.“ Der wird vermutlich keine 17-Stunden-Schichten am Seeufer mehr beinhalten. An der „Lennemündung“ wird ein neues Team sein Glück versuchen. „Wir sind frohen Mutes, dass es hier gut weitergeht“, sagt Anke Weitkamp.

Der Familie gehören auch der Campingplatz Hohensyburg sowie das Haus Weitkamp. Der Gasthof steht seit einigen Jahren leer, auch wenn ein Schild an der Glastür noch auf eine laufende Renovierung hinweist.

Hier wird es laut Anke Weitkamp keinen neuen Pächter mehr geben. „Es ist zu teuer, noch etwas zu investieren. Wir hoffen, dass wir das Gebäude irgendwann abreißen können.“

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