Hamsterkäufe erreichen in Dortmund nächste Stufe - Supermärkte rationieren schärfer

dzCoronavirus

Seit Montag (16.3.) ist das öffentliche Leben weiter stillgelegt. Unsere Redaktion hat geschaut, wie es um leere Regale in Innenstadt-Supermärkten steht.

von Nick Kaspers

Dortmund

, 17.03.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums vom vergangenen Sonntag (15.3.) wurden fast alle öffentlichen Aktivitäten im Land untersagt, die von der Bundesregierung am Montagabend verkündeten Schließungsmaßnahmen für die meisten Geschäfte werden das Leben zusätzlich beeinflussen. Kurzum: Das öffentliche Leben auch in Dortmund steht nahezu still. Dies hat anscheinend Auswirkungen auf Hamsterkäufe.

Masseneinkäufe bemerken die Dortmunder in Supermärkten, Drogeriemärkten und Apotheken schon seit Wochen. Bereits seit letzter Woche rationieren einige Märkte bestimmte Produkte mit einer hohen Nachfrage. Leere Regale hielten sich - zumindest in vielen Filialen der großen Supermarktketten - bis vor kurzem in Grenzen. Das hat sich nun geändert.

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Vor allem Toilettenpapier und Nudeln sind in den Märkten der Dortmunder Innenstadt Mangelware. Im Lidl in der Münsterstraße zum Beispiel sowie dem Netto in der Rheinischen Straße waren beide Produkte schon morgens ausverkauft.

Bei Rewe Filips in der Rheinischen Straße konnte man nur noch vereinzelte Nudel-Packungen ergattern. Bei unserer Stichprobe lag am Montagnachmittag noch eine 4er-Packung Toilettenpapier der Eigenmarke im Regal. Ansonsten gingen die Kunden am Nachmittag leer aus.

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Masseneinkäufe auch bei frischen Produkten

Die Masseneinkäufe scheinen vor allem bei haltbaren Lebensmitteln und Hygieneprodukten spürbar: Neben Mehl, Nudeln und Reis zählen auch Öl, Brot und Essig dazu. Aber auch Milchprodukte, Eier und Lebensmittel aus dem Kühlregal werden vielerorts manchmal knapp.

Die betroffenen Supermarktketten sprechen davon, dass die Warenversorgung immer noch stabil sei. „Trotz hoher Nachfrage ist die Warenversorgung bei Rewe und Penny in Deutschland gesichert“, heißt es in der Pressemitteilung der Rewe Group. Man habe die Frequenz der Warenbelieferung erhöht - und werde nach „helfenden Händen“ suchen.

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Auf einem Schild im Eingangsbereich des Rewe Filips steht: „Sollten Regale in einigen Sortimentsbereichen einmal vorübergehend leer sein, so können unsere Kunden versichert sein, dass alle Kolleginnen und Kollegen in den Märkten, in der Transportlogistik und in den Lägern gemeinsam und mit äußerstem Einsatz daran arbeiten, solche Lücken rasch aufzufüllen und insgesamt dafür zu sorgen, dass solche Situationen möglichst selten vorkommen“.

Auf demselben Schild wird die Mengenbeschränkung auf haushaltsübliche Mengen, die hier seit einiger Zeit gilt, weiter verschärft: Toilettenpapier, Zucker, Mehl, Nudeln, Reis, Konserven, Fertiggerichte, Seife und Milch dürfen pro Kunde nur noch zwei Mal gekauft werden, heißt es. Zwieback und Knäckebrot sogar nur noch ein Mal.

Maßnahmen gegen Coronavirus auch in Apotheken

Lidl Deutschland spricht auf Anfrage unserer Redaktion ebenfalls davon, Tag und Nacht daran zu arbeiten, die Warenversorgung sicherzustellen. „Wenn kurzfristig an der einen oder anderen Stelle nicht jedes Produkt verfügbar ist, ist die nächste Lieferung in der Regel schon auf dem Weg“, erläutert Lidl weiter.

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Schilder mit Hinweisen sind auch in manchen Apotheken in der Innenstadt zu finden. Hier geht es nicht um Verkaufsbeschränkunegn, sondern es wird aufgezeigt, wie sich die Kunden zu verhalten haben, um die Ansteckungsgefahr in den Läden zu mindern. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Abstand halten,
  • Hände desinfizieren,
  • kontaktlos bezahlen, wenn möglich mit Karte,
  • Hautkontakt vermeiden,
  • jemand anderen für sich in die Apotheke schicken, wenn man an Husten, Fieber oder anderen corona-ähnlichen Symptomen leidet.

Insgesamt ist der Eindruck am Montag: In den Dortmunder Supermärkten und Apotheken wird die Situation wegen des Virus nicht leichter. Wohl auch deshalb bitten viele Märkte darum, auf unnötige Masseneinkäufe zu verzichten und gegenüber anderen Kunden fair zu bleiben.

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