Coronavirus: Dortmunds Schulen und Kitas erlebten die ersten Schließungs-Tage

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Kalt erwischt wurden viele Eltern und Träger von der vom Land seit Montag verhängten Schließung der Kitas. Doch es gibt Ausnahmen. Inzwischen zeichnet sich ab, wie damit umgegangen wird.

Dortmund

, 16.03.2020, 19:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ersten Tage mit geschlossenen Kitas und Schulen verliefen ohne große Probleme. „Es gab relativ wenig Andrang“, berichtete Andreas Gora, der als Geschäftsführer des Awo-Unterbezirks derzeit Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände ist, von denen viele als Kita-Träger aktiv sind. In den Schulen fand zwar kein Unterricht statt, alle Lehrer hatten aber zu erscheinen, um Schüler zu betreuen.

„Auch alle Kitas waren in Betrieb“, berichtet Gora. Denn die Landesregierung hatte zwar ein ab Montag (16.3.) geltendes „Betretungsverbot“ für Kindertageseinrichtungen verhängt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Zugleich gibt es aber auch Ausnahmen. Eltern, die in sogenannten Schlüsselberufen arbeiten, sollen ihre Kinder weiterhin betreuen lassen können. So soll garantiert werden, dass es etwa Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Pflegebereich, aber auch bei Polizei und Feuerwehr oder in Supermärkten, weiter ihren Jobs nachgehen können.

Wenig Nachfrage nach Notbetreuung

Die Stadt hatte auch die Mitarbeiter der Verwaltung und ihrer Stadttöchter in diese Gruppe aufgenommen. Denn auch der Ver- und Entsorgungsbereich gehört wie die „staatliche Verwaltung“ nach den Vorgaben des Landes zu den besonders wichtigen Branchen. Aber selbst in dem von der Awo betriebenen Betriebskindergarten von DSW21 brauchte am Montag nur ein Kind betreut zu werden, berichtet Gora.

Auch die Stadt beschrieb die Lage am Montag und Dienstag nach den Rückmeldungen aus Kitas und Schulen als ruhig. „An Grundschulen und weiterführenden Schulen waren nur sehr wenige Kinder zur Notfallbetreuung anwesend, dies gilt auch für Kindertageseinrichtungen“, teilte die Stadt mit. Die höchste Zahl an einer Schule waren 14 Kinder, erklärte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger am Dienstag.

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Die Frage ist, ob die Nachfrage nach Notbetreuung in den nächsten Tagen steigt und wie sie dann vor Ort in den Kitas organisiert werden kann. Trotzdem wolle man auch künftig die Notbetreuung in den bestehenden Strukturen bieten und nicht zentralisieren. Vorgabe ist, keine Gruppen zu mischen, um neue Infektionsketten zu vermeiden. Im Zweifel werden dann in jeder Gruppe nur wenige Kinder betreut.

„Auch eine Kita mit nur einem Kind bleibt zur Not geöffnet“, versichert Gora. Wie lang man das durchhalten könne und ob es in den nächsten Tagen weitere Vorgaben und Einschränkungen gebe, sei allerdings unklar.

Ab Mittwoch Nachweise nötig

In den Schulen ist die Situation ähnlich. Dort wurden Kinder bis zur sechsten Klasse noch bis Dienstag (17.3.) ohne Einschränkungen betreut. Ab Mittwoch gibt es dann eine Betreuung ebenfalls nur noch für Kinder von Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen. Das muss aber beide Elternteile betreffen - und gilt natürlich auch für Alleinerziehende.

Betroffene müssen dem Kita-Träger eine einheitliche, vom Land vorgegebene Arbeitgeberbescheinigung vorlegen. Das Formular ist im Internet abrufbar.

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Den Montag und Dienstag habe man „zur Organisation der Betreuung in den einzelnen Schulen und Kitas als Übergangstage bis zu weiteren Festlegungen genutzt“, teilte die Stadt mit. „Wichtig ist, dass für die Umsetzung nach den landesseitig vorgegebenen Regeln zunächst Erfahrungswerte in Dortmund gesammelt werden.“

Dabei tausche man sich auch mit den freien Trägern aus. „Die zukünftigen Bedarfe werden an die Notwendigkeiten angepasst“, kündigt die Stadt an.

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