Corona-Klinik in den Westfalenhallen: Pläne werden konkreter

dzBehelfskrankenhaus

Die Stadt Dortmund treibt ihre Vorbereitungen für ein Behelfskrankenhaus in den Westfalenhallen weiter voran. Ein Ingenieurbüro arbeitet derzeit die Pläne aus. Doch werden sie auch umgesetzt?

Dortmund

, 20.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das exponentielle Wachstum bei den Corona-Patientenzahlen in Dortmunds Krankenhäusern ist zwar vorerst gestoppt - dennoch stiegen die Zahlen in den vergangenen Wochen weiter. Am Donnerstag (19.11.) wurden 151 Patienten mit Covid-19 stationär behandelt.

Für den Fall, dass Dortmunds reguläre Krankenhaus-Kapazitäten nicht mehr reichen sollten, gibt es schon länger Pläne, wie man aus den derzeit 800 für Corona-Patienten vorgesehenen Betten bis zu 1800 machen kann. Ein großer Teil dieser Betten würde in den Westfalenhallen stehen.

Stadt hat Pläne aus dem März reaktiviert

Die aktuell verlassenen Messehallen sind als Standort für ein Behelfskrankenhaus auserkoren worden. Vor einigen Wochen hat die Stadt Überlegungen aus der ersten Corona-Welle im März reaktiviert und treibt die Planungen seitdem voran.

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Zurzeit arbeite ein Ingenieurbüro an der sogenannten Ausführungsplanung, schreibt die Stadt auf Anfrage. In diesem Schritt der Planungen wird gemeinhin den Entwürfen der letzte Schliff gegeben: Genaue Grundrisse und Gebäudeschnitte werden gezeichnet, ebenso alle relevanten Details geklärt, etwa zu technischen Anschlüssen oder auch dem Brandschutz.

Ausgelegt sein soll diese temporäre Westfalenhallen-Klinik laut Stadt auf 500 Betten - das wären mehr als im Knappschaftskrankenhaus in Brackel, aber weniger als im Johannes-Hospital.

Da es vorwiegend als Entlastung der richtigen Kliniken in der Stadt gedacht ist, sollen dort - so schreibt es die Stadt - die „Post-Covid-Fälle“ untergebracht werden: Patienten, die aus dem Gröbsten heraus sind, aber noch nicht fit genug für eine Entlassung sind.

Die Stadt nennt mit Verweis auf die „sehr frühe Phase der Planung“ und das noch fehlende Betriebskonzept keine Details zu Kosten, einem Zeitrahmen oder Personalstärke. Es sei noch nicht einmal klar, ob „diese Planungen tatsächlich verwirklicht werden müssen“, schreibt Stadtsprecherin Anke Widow auf Anfrage unserer Redaktion.

Eine Entscheidung über ein Behelfskrankenhaus in den Westfalenhallen „hängt von der Entwicklung des Infektionsgeschehens ab“, so Widow. Die Stadt will aber die fertigen Pläne in der Hinterhand haben, um bei einer weiteren Verschärfung der Situation möglichst schnell reagieren zu können.

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Eine kurzfristige Hilfe wäre die Westfalenhalen-Klinik aber auch dann nicht: „Die Installation einer solchen medizinischen Einrichtung ist ein sehr aufwändiges Vorhaben, das sich nicht von heute auf morgen umsetzen lässt“, schreibt Widow.

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken sagte im Gespräch mit unserer Redaktion Anfang November, dass ein Behelfskrankenhaus frühestens Ende Dezember stehen könnte - und dann müsse man auch noch Personal finden, das es betreibt, und das sei Mangelware: „Der freie Markt ist leer.“

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