Gesundheitsamts-Chef zur Situation in Dortmund: „Noch ist die Lage unter Kontrolle“

dzCoronavirus

Dr. Frank Renken, Chef des Dortmunder Gesundheitsamtes, äußert sich im Video zur aktuellen Situation. Und erklärt, warum ab Montag Veranstaltungen mit mehr als 300 Besuchern verboten werden.

Dortmund

, 14.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

So oft öffentlich erklärt wie in den letzten Tagen hat sich Frank Renken wahrscheinlich noch nie. Der Mann ist Chef des Dortmunder Gesundheitsamtes, alleine in der ablaufenden Woche äußerte er sich in drei verschiedenen Pressekonferenzen zur Corona-Situation. Auch am Freitag tat er das, auch da blieb er bei seinem Ton: ruhig, sachlich, eher beruhigend. „Noch“, so Renken, „ist die Lage aus unserer Sicht unter Kontrolle.“ 19 bestätigte Fälle gibt es, Stand Freitagabend, in der Stadt, zwischen 550 und 600 Personen seien bisher getestet.

Das sind, das sagt Renken allerdings nicht 0,1 Prozent der Bevölkerung.

„Werden nicht alles unter Kontrolle halten können“

Renken ist im Moment optimistisch, er hält das Risiko, sich im Stadtgebiet mit dem Corona-Virus zu infizieren, für extrem gering. Grund für diese Annahme ist, dass bei allen bisher positiv getesteten Menschen durch das Gesundheitsamt klar herausgefunden werden konnte, wo sie sich angesteckt haben. Entweder bei Aufenthalten in sogenannten Risikogebieten. Oder bei einer anderen erkrankten Person.

Doch auch Renken geht „nicht davon aus, dass wir immer alles unter Kontrolle halten können“. Die Fallzahlen werden aller Voraussicht nach steigen, irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, wo nicht mehr nachvollzogen werden kann, wer sich wann bei wem angesteckt hat.

Diesbezüglich ein besonderer Risikofaktor sind Veranstaltungen aller Art. Großveranstaltungen sind schon seit einigen Tagen untersagt, in Dortmund werden jetzt auch kleinere Veranstaltungen gestrichen, so sie nicht schon freiwillig abgesagt wurden. Durch einen entsprechenden Erlass sollen ab Montag (16. März) auch Veranstaltungen mit mehr als 300 Besuchern in Dortmund untersagt werden.

Ausschlusskriterien für kleinere Veranstaltungen

Für Veranstaltungen mit erwarteten 100 bis 300 Besuchern werden aktuell Kriterien erarbeitet, nach denen bemessen werden soll, ob diese Veranstaltungen stattfinden dürfen. Ausschlusskriterien, so Renken, könnte etwa sein, wenn unklar ist, wo die Besucher herkommen. Oder wenn viele der Besucher ein hohes Ansteckungsrisiko haben. Das könnten zum Beispiel alte Menschen sein.

Er selbst, sagt Renken, sei noch nicht auf das Corona-Virus getestet worden. Er gehöre, da er sich gesund fühle und kein konkretes Ansteckungsrisiko habe, auch nicht zu den Menschen, die zum Beispiel im Gesundheitsamt getestet werden würden.

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