Redakteur Dennis Werner findet, Tempo 30 löst das Problem nicht, es trifft nur alle Dortmunder. © Montage Martin Klose
Meinung

Contra Tempo 30: Dortmund schleicht wegen ein paar Unbelehrbarer

Tempo 30 auf dem Wall soll das Raser- und Tunerproblem in Dortmund lösen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung hilft nicht, meint unser Autor. Alle Dortmunder müssen das nun ausbaden. Ein Meinungsbeitrag.

Es kommen ein paar Leute aus der Region, um sich Rennen zu liefern oder mit ihren Autos zu posieren. Aber ganz Dortmund muss nun nachts mit Tempo 30 um den Wall zuckeln. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Wir fahren 30 km/h nachts auf einer freien Straße, die mehrspurig und breit genug ist für eine höhere Geschwindigkeit, nur weil sich ein paar Idioten nicht an Regeln halten können.

Effektive Regeln gibt es nämlich bereits: Tempo 50 und die Straßenverkehrsordnung, wonach das unmotivierte Umherfahren und unnötiger Lärm ohnehin nicht erlaubt sind. Sie wirken nur nicht. Jede Regel ist nur so gut, wie sie auch durchgesetzt wird. Das ist aber in der Vergangenheit nicht gelungen. Hier müssen Polizei und Stadt ansetzen, sich mehr Mühe geben, Stärke zeigen. Die Lösung kann nicht Tempo 30 sein.

Die Szene fühlt sich herausgefordert

Die Szene fühlt sich provoziert und herausgefordert. Auch mit Tempo 30 lasse sich der sportliche Sound eines Auspuffs demonstrieren, wenn man halt die 30 Stundenkilometer im ersten Gang fährt, bei offenen Auspuffklappen. So war es in den letzten Tagen bereits in etlichen Kommentaren in den sozialen Medien zu lesen, die auf unsere Berichterstattung folgten. Ungehorsam mit Ansage.

Am Ende bleibt: Die Stadt hat ein Problem, das sie nicht gelöst kriegt. Der Lärmschutz wirkt da wie ein Feigenblatt. Tempo 30 trifft die Falschen und ist nur Makulatur.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Leitender Redakteur, seit 2010 in der Stadtredaktion Dortmund, seit 2007 bei den Ruhr Nachrichten.
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Dennis Werner
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