Comedian Torsten Sträter plauderte pointiert im Spiegelzelt

dzFestival Ruhrhochdeutsch

Einen amüsanten Testlauf von Torsten Sträters neuem Comedy-Programm „Schnee, der auf Ceran fällt“ erlebte das Publikum am Dienstagabend beim Festival Ruhrhochdeutsch im Spiegelzelt.

von Britta Helmbold

02.10.2019, 01:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich bin das Torsten-Sträter-Double, habe mich extra schwarz angezogen“, ulkt Horst Hanke-Lindemann, Organisator des Kabarett- und Comedy-Festivals Ruhrhochdeutsch, am Dienstag im Spiegelzelt. Allerdings fehlte die Mütze, das Markenzeichen des Comedians.

Im gewohnten Outfit und von viel Applaus begleitet, betritt Torsten Sträter die Bühne und bekennt, dass sein neues Programm zu rund 95 Prozent fertig sei: „Schnee, der auf Ceran fällt“ heißt es, doch damit habe es nichts zu tun. Es sei nur der letzte Satz des Programms, und das endet an diesem kurzweiligen Abend kurz vor 23 Uhr.

Der Meister der schrägen Kurzgeschichten liest nur wenig vor

Eigentlich sollten es nur zwei Mal 45 Minuten werden, doch Sträter kommt ins Plaudern, fällt sich immer wieder selbst ins Wort, weil ihm noch etwas Witziges einfällt - wie vom Käse in Trance. Und so gibt es vom Meister der schrägen Kurzgeschichten nur wenig Vorgelesenes - und fast alles ist neu. Einzige Ausnahme ist die Geschichte mit der Brille, die braucht der 53-Jährige nun zum Lesen: teure Geräte beim Augenarzt und alles unscharf.

Es sei noch alles unstrukturiert, ein roter Faden fehle. Was er gut findet, habe schon Eingang ins iPad gefunden, der Rest stehe noch auf Papier. Doch auch wenn sich seine skurrilen Erzählungen wie eine krude Mixtur anhören, und er die Kritik an seinen Geschichten gleich mitliefert, ist der Abend wohl durchdacht. Denn in seiner letzten Geschichte taucht vieles in kompakt-pointierter Form wieder auf, was er vorher in lustigen Anekdoten berichtet hat.

Vordergründiges Abschweifen führt zu irren Wendungen

Gewohnt souverän jongliert der wunderbar lakonische einstige Poetry-Slammer Sträter mit den Themen seiner Geschichten, die vom Klimawandel über die Zucker-Mafia bis hin zu unkonventionellen Erziehungsmethoden reichen. Bei ihm hat das vordergründige Abschweifen, das zu irren Wendungen und pointenstarken Erzählungen führt, System.

Eine abgedrehte Geschichte handelt von Versicherungen. Wie so viele Deutsche sei auch er überversichert, habe eine für einen nicht vorhandenen Wintergarten abgeschlossen. Auch besitze er gleich zwei Rechtsschutzversicherungen, allerdings noch nie genutzt. Die Kündigung sei schwierig - und beim Schauen eines Hahnenkampfs im TV kommt ihm eine Idee. Er verklagt mit der einen Versicherung die andere, da die Versicherungsfrau am Telefon gelogen habe. Sie behauptete zwar, sie höre alles an Musik. Musste dann aber bei der Abfrage von Sträter passen. Das Verfahren lief unglücklich, eine dritte Rechtsschutzversicherung musste her und anschließend Geld. Er meldete seinen Wintergarten als gestohlen.

Gut, aber etwas lang, meint Sträter selbstkritisch. Dem konnte das Publikum nur zustimmen.

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