Citywache soll 2019 aus dem Brückstraßenviertel wegziehen

dzPolizei und Ordnungsamt

2003 haben die Stadt und die Polizei in der Reinoldistraße die Citywache als Anlaufstelle für Bürger eröffnet. Die Auslastung ist so hoch, dass jetzt ein Umzug notwendig wird.

Dortmund

, 26.11.2018, 12:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Juni 2003 an den Start gegangen, habe sich die Citywache in der Reinoldistraße 17 bis 19 im Brückstraßenviertel zu einem festen Anlaufpunkt für Bürger und Gäste der Stadt entwickelt, lässt die Verwaltung wissen. Die Citywache habe mittlerweile "ihren festen Platz in der Dortmunder Sicherheitsarchitektur", heißt es.

Tatsächlich ist die Citywache keine herkömmliche Polizeiwache. Als Einrichtung für die Dortmunder Ordnungspartnerschaften gedacht, starten Polizei und Mitarbeiter des Ordnungsamtes dort ihre gemeinsamen Streifengänge durch die Innenstadt. Neben Einsatzbesprechungen vor Groß- und Sonderveranstaltungen dient die Citywache auch als Rückzugsraum, falls die Beamten verdächtige Personen oder Gegenstände durchsuchen.

Citywache soll 2019 aus dem Brückstraßenviertel wegziehen

Das bisherige Gebäude ist als Anlaufstelle für Bürger nicht mehr geeignet.. © Dieter Menne

Ins Leben gerufen wurde die Einrichtung, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken - und ihnen die Möglichkeit zu geben, auf kurzem Wege Kontakt zu Polizei und Ordnungsamt aufzunehmen, Anzeigen zu erstatten oder die Mitarbeiter auf Ordnungswidrigkeiten aufmerksam zu machen.

Standort entspricht nicht den Anforderungen

Davon machen die Bürger offenbar reichlich Gebrauch: Die Auslastung sei über die Jahre so gestiegen, dass die Räume im Brückstraßenviertel den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen, lässt die Verwaltung wissen. Konsequenz: Stadt und Polizei wollen die Immobilie verlassen und die Citywache voraussichtlich Ende Mai 2019 in den gut 400 Quadratmeter großen Räumen des früheren Asia-Lebensmittelladens am Brüderweg 6 bis 8 neu eröffnen.

Der Asia-Shop ist inzwischen ausgezogen, das Gebäude eingerüstet. Dort soll die Citywache für die nächsten 15 Jahre untergebracht werden - plus Mietoption für weitere fünf Jahre.

Der jetzige Standort biete keine Möglichkeit für eine Erweiterung, heißt es in der Verwaltung. Er entspreche auch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der Wartebereich für ratsuchende Bürger sei "derzeit völlig unzureichend", heißt es. Der Schutz der Privatsphäre sei nicht mehr vernünftig zu gewährleisten. Gleiches gelte für die Geräuschimmission. Soll heißen: Das Problem liegt nicht nur darin, dass Wartende mitbekommen, was andere besprechen - es ist auch schlicht zu laut.

Auslastung über die Jahre deutlich gestiegen

Die Stadt argumentiert, die heutige Auslastung der Citywache mit ihren Öffnungszeiten von 9 bis 20.30 Uhr sei deutlich gestiegen und mit den ersten Jahren nicht mehr vergleichbar. Beispiel: 2005 hatten allein die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes in der Citywache insgesamt 9.793 Kontakte mit Bürgern. 2015 waren es bereits 12.107.

Citywache soll 2019 aus dem Brückstraßenviertel wegziehen

Die Immobilie Brüderweg 6 bis 8, vormals Sitz eines Asia-Supermarktes, soll bis Mai 2019 für den Einzug der Citywache hergerichtet sein. © Gregor Beushausen

Die höhere Frequenz führt die Stadt unter anderem auf die Schließung der Polizeiwache in der Silberstraße zurück. Auch in der Polizeistation im Landesbehördenhaus werden keine Anzeigen mehr entgegengenommen. Bürger müssten entweder ins Polizeipräsidium an der Markgrafenstraße oder zur Wache Nord in der Münsterstraße.

Weil für den Umzug der Citywache aus dem Brückstraßenquartier zum Brüderweg ein neuer Mietvertrag fällig wird, hat der Rat der Stadt das letzte Wort: Er soll in der Dezember-Sitzung (13. 12. 2018) entscheiden.
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