CDU zaubert einen neuen Kandidaten fürs Baudezernat aus dem Hut

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Überraschende Wende bei der Besetzung des Chefpostens im städtischen Baudezernat: Arnulf Rybicki aus der NRW-Oberfinanzdirektion soll die bisherigen Kandidaten der CDU vergessen lassen.

Dortmund

, 12.11.2018, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Spannung war gesorgt, als die Mitglieder der CDU-Ratsfraktion am Montagabend (12.11.) zur obligatorischen Sitzung im Rathaus zusammenkamen. Der Grund: Mit Arnulf Rybicki stellte sich ihnen ein völlig neuer Kandidat für das städtische Infrastrukturdezernat vor. Mit ihm hofft die CDU, den gordischen Knoten um die Nachfolge von Baudezernent Martin Lürwer durchschlagen zu können.

Lürwer verlässt den Chefsessel im städtischen Infrastrukturdezernat am Jahresende und geht in den Ruhestand. Weil die beiden bisherigen Bewerber im Rat nicht durchzusetzen waren, haben die CDU-Fraktionsspitzen in den vergangenen Wochen drei weitere Interessenten gesichtet - und dabei die Würfel für Rybicki fallenlassen.

Kandidat Rybicki ist Vize-Fraktionschef in Witten

Der 53-Jährige ist Leiter der Bauabteilung in der NRW-Oberfinanzdirektion. Seiner Behörde obliegt beispielsweise die Fachaufsicht über zivile und militärische Baumaßnahmen des Bundes und der Nato.

Das CDU-Parteibuch hat Rybicki: Er ist stellvertretender CDU-Fraktionschef in Dortmunds Nachbarstadt Witten und hat seinen Wohnsitz fast direkt an der Stadtgrenze zu Dortmund. Zudem kennt er sich in der Stadt aus. Ursprünglich wohnhaft in Dortmund, hatte er hier seine ersten politischen Ämter inne: Rybicki saß vor vielen Jahren für die CDU in der Bezirksvertretung Innenstadt-West.

Nach seiner Vorstellung in der CDU-Fraktion mochte sich Rybicki erst einmal nicht äußern. Für seine Wahl im Rat der Stadt benötigt er auch die Stimmen der SPD, die als nächste Adresse auf seiner Vorstellungsrunde durch die Rathausfraktionen steht. Bei den Genossen selber herrschte zumindest bis zum vergangenen Wochenende Unklarheit, wen die CDU ins Rennen schicken würde.

Der lachende Dritte

CDU-Fraktionschef Ulrich Monegel hatte immer wieder betont, man wolle „einen staubtrockenen Dezernenten, der Investitionen in die städtische Infrastruktur vorantreibt – allen voran in die Reparatur von Straßen und Gebäuden.“ Was man nicht brauche, sei ein "zweiter Planungsdezernent."

Rybicki ist der insgesamt dritte Aspirant aus Reihen der CDU-Fraktion. Eigentlich sollte die Wahl im Rat längst gelaufen sein. Weil sich aber früh abgezeichnet hatte, dass die beiden ersten Bewerber nicht durchzubringen waren, ließ die CDU die Wahl erst einmal ausfallen. Stephan Johannes Pfeffer, CDU-Baudezernent in Rheda-Wiedenbrück, fand in den eigenen Reihen keine Mehrheit. Fraktionsvize Sascha Mader, beruflich im Polizeidienst zuhause, war bei der SPD nicht durchzubringen. Er will seine Bewerbung nun zurückziehen.

Zieht die SPD-Fraktion mit, soll Rybicki in der Dezember-Sitzung des Rates gewählt werden. Die CDU hat das Vorschlagsrecht für die Besetzung des Infrastrukturdezernats.

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