CDU: Stadt Dortmund soll Decken für frierende Schüler besorgen

Corona und Schule

Lüften gegen Corona empfiehlt das Land. Das führt dazu, dass Schülerinnen und Schüler im Unterricht bei offenen Fenstern frieren müssen. Die CDU fordert nun ungewöhnliche Hilfe der Stadt.

Dortmund

, 29.10.2020, 11:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit dicken Jacken schützen sich aktuell viele Schülerinnen und Schüler gegen Kälte im Klassenraum. Die CDU fordert nun Decken.

Mit dicken Jacken schützen sich aktuell viele Schülerinnen und Schüler gegen Kälte im Klassenraum. Die CDU fordert nun Decken. © dpa

Regelmäßiges Lüften auch während des Unterrichts empfiehlt das Land, um die Ausbreitung des Corona-Virus in den Klassenräumen zu verhindern. Der Start nach den Herbstferien lief ohne große Probleme, indem Lehrer und Schüler zu Pullovern und Jacken greifen.

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Doch nicht nur Lehrer, Schüler und Eltern fragen sich, ob das auch bei Minustemperaturen im Winter noch funktioniert. „Kurzfristigen Handlungsbedarf“ sieht auch die CDU-Ratsfraktion.

Offener Brief an Dezernentinnen

„Unabhängig von der Jahreszeit sollte in einem Klassenzimmer eine Mindestraumtemperatur von etwa 20 Grad herrschen. Andererseits ist es in der momentanen Situation unabdingbar, dass in Unterrichtsräumen eine kontinuierliche Frischluftzufuhr und -zirkulation gewährleistet sind. Im Winter ist das eine echte Zwickmühle“, erklärt Dr. Eva-Maria Goll als schulpolitische Sprecherin der Dortmunder CDU-Fraktion in einer Pressemitteilung. Mittelfristig sei die Beschaffung moderner Luftfiltergeräte sinnvoll, das sei aber für den anstehenden Winter sicherlich nicht realisierbar.

Einige engagierte Lehrkräfte hätten bereits auf eigene Kosten Decken für ihre Klassen angeschafft, berichtet die CDU-Politikerin. Denn nicht jeder Schüler und jede Schülerin könne von zu Hause einfach eine Decke mit in die Schule nehmen.

Deshalb sieht die CDU jetzt die Stadt die Pflicht: Sie soll für eine Ausstattung der Schulen mit Decken sorgen, fordert die Ratsfraktion.

CDU sieht Stadt in der Pflicht

Das Problem: Nach der Kommunalwahl tagen Rat und Ausschüsse erst ab Mitte November wieder. Deshalb hat die CDU ihren Wunsch in einem offenen Brief an Sozialdezernentin Birgit Zoerner und Schuldezernentin Daniela Schneckenburger formuliert. „Wir sind der Auffassung, dass die Anschaffung von Decken für Schülerinnen und Schüler nicht Aufgabe der einzelnen Lehrkräfte, sondern die der Stadt ist“, heißt es in dem Brief.

„Einen Königsweg im Umgang mit Corona und in der Organisation von Schule und Betreuung gibt es nicht. Allerdings sehen wir in diesem Fall die Stadt in der Pflicht, Geld für eine Ausstattung der Schulen mit einfach zu beschaffenden Hilfsmitteln bereitzustellen“, erklärt Eva-Maria Goll. „Auch während der Pandemie darf es nicht sein, dass Kinder im Unterricht frieren müssen. Frieren ist weder lern- noch gesundheitsförderlich.“

Auch über eine Verwendung der dann angeschafften Decken über die Schulzeit hinaus, hat sich die CDU schon Gedanken gemacht. „Sollten die Decken in den Schulen schließlich nicht mehr benötigt werden, können sie anderen Sozialprojekten, wie zum Beispiel. der Obdachlosenhilfe, zugeführt werden“, heißt es in dem Brief an die Dezernentinnen.

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