Bahn-Ärger beim BVB-Weihnachtssingen: 2 Stunden statt 45 Minuten

dzGroßveranstaltung im Stadion

Besucher des BVB-Weihnachtssingens im Stadion beschweren sich über zu volle Bahnen bei der An- und Abreise. Ein Fahrgast zog aus Angst an einer Haltestelle die Notbremse.

Dortmund

, 16.12.2019, 12:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr Besucher als bei einem Champions-League-Spiel waren am Sonntag beim BVB-Weihnachtssingen im Stadion. 68.000 Menschen kamen - und einige von ihnen ärgern sich sehr über An- und Abreise zu dem Familienevent.

Etwa dreimal so lang wie normalerweise habe er für seinen Heimweg nach Wickede gebraucht, sagt etwa Florian Gehl: mehr als 2 Stunden statt 45 Minuten. Nach der Veranstaltung habe er allein an der Haltestelle Westfalenhallen mehr als 20 Minuten auf eine Bahn in Richtung Innenstadt gewartet. An der Kampstraße sei es dann noch schlimmer gewesen.

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Dabei war bereits die Anreise für Gehl mit seinem einjährigen Sohn äußerst anstrengend. „An der Reinoldikirche musste ich den Nothebel an der Rolltreppe ziehen“, sagt der Familienvater. Auf dem Bahnsteig sei es dermaßen voll gewesen, dass er es als bedrohlich empfand, als immer mehr Menschen mit der Rolltreppe ankamen.

Mit seinen Schilderungen ist Gehl nicht alleine. „Bei allem Respekt, da fahren ja an normalen Werktagen mehr Bahnen“, schreibt Angela Diekhans via Facebook. Sie ärgert sich vor allem darüber, dass das Sicherheitspersonal am Bahnsteig nicht für ein geordnetes Einsteigen nach dem Event sorgen konnte. Kinder seien „rücksichtslos umgerannt“ worden.

Geteilte Meinungen unter den Besuchern

Jonas Hortebusch meint außerdem, die Einlass-Situation am Stadion sei schlimmer gewesen als bei Bundesliga-Spielen, wo noch ein paar Tausend Leute mehr kommen. Andere Besucher springen den Organisatoren aber zur Seite: Wenn so viele Leute in der Stadt unterwegs sind, „ist es logisch, dass es länger dauert“, meint etwa Sophie Bülow.

DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth sagt mit Blick auf Weihnachtssingen und die beiden großen Weihnachtsmärkte in der City und im Fredenbaumpark: „Das war schon heftig, das muss man ehrlich sagen.“ Das Verkehrsunternehmen habe „alles rollen lassen, was Räder hat“.

Dass die Deutsche Bahn keine Entlastungszüge eingesetzt hat, bedauert DSW21 – man habe beobachtet, dass offenbar noch mehr Menschen Busse und Bahnen genutzt hätten als bei Fußball-Heimspielen. Unter anderem weil keine Gästefans im Stadion waren, die sonst mit privaten Bussen ankommen. Weil das Weihnachtssingen länger lief als geplant, habe DSW21 außerdem noch umdisponieren müssen.

Im Vorfeld hatten BVB und DSW21 darauf hingewiesen, dass es auch durch die Weihnachtsmärkte in den Bahnen und auf den Straßen voll wird. Die Organisatoren hatten öffentlich dazu geraten, dass die Besucher des Weihnachtssingens schon um 15 Uhr am Stadion sein sollten.

Viele Menschen kamen fast gleichzeitig am Stadion an

Die Beobachtung unseres Redakteurs vor Ort: Am Sonntag waren viele Leute im Stadion, die sonst nicht mit der Familie hinfahren. Weniger als 30 Minuten vor geplantem Beginn war es so voll vor den Stadiontoren wie bei kaum einem Fußball-Topspiel. Der Beginn des Weihnachtssingens wurde um mehr als 10 Minuten verschoben. Da liegt die Vermutung nahe, dass viele Menschen auch einfach zu spät angereist sind.

Das Ordnungsamt teilte am Montag übrigens mit, dass allein aus der Strobelallee 39 Fahrzeuge abgeschleppt werden mussten, weil sie an Rettungs- und Fluchtwegen geparkt waren.

Nimmt man noch die Umgebung der beiden großen Weihnachtsmärkte hinzu, hingen am Sonntag mehr als 100 Autos am Haken, weil sie „extrem verkehrsbehindernd“ geparkt waren. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass auch am kommenden Wochenende in Dortmund verstärkt kontrolliert werde.

Von Borussia Dortmund war auf Anfrage bis 18 Uhr am Montag keine Stellungnahme zur Einlasssituation zu bekommen.
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