BVB-Spielerfrauen hatten wegen Flohmarkt Stress mit dem Ordnungsamt

dzSonntagsschutz

Die Spielerfrauen des BVB haben ihre Kleiderschränke für einen guten Zweck ausgemistet. Der Termin für ihren „Mädchenflohmarkt“ steht. Zuvor gab es allerdings Stress mit dem Ordnungsamt.

Dortmund

, 17.10.2018, 18:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Flohmarkt, den die Frauen und Freundinnen der BVB-Spieler vor zwei Jahren im Café Klatsch in Wickede organisiert hatten, war ein voller Erfolg. Über 400 Leute kamen. Alles ausverkauft. 6210 Euro für die Mitternachtsmission sind damals zusammengekommen. Ein guter Grund, das zu wiederholen.

Gesagt getan. Jenny Schmelzer, Ehefrau von Ex-BVB-Kapitän Marcel Schmelzer, Ann-Kathrin Götze, Scarlett Gartmann, Freundin von Marco Reus und ihre Mitstreiterinnen nahmen die Sache erneut in die Hand und planten den Flohmarkt für den 28. Oktober, einen Sonntag.

Ordnungsamtsmitarbeiterin las Artikel

Sie fanden im Dorint-Hotel an der B1 einen passenden Ort, besorgten sich Sponsoren und rührten die Werbetrommel in den sozialen Netzwerken. In den Ruhr Nachrichten erschien in der vergangenen Woche ebenfalls eine Ankündigung.

Den Artikel „BVB-Spielerfrauen organisieren Flohmarkt“ las auch eine Teamleiterin vom Ordnungsamt - und sah die Gefahr von gesetzlichen Verstößen. Eine Verkaufsveranstaltung privater Anbieter sei an Sonntagen für das Ordnungsamt nicht genehmigungsfähig, bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung Stadtsprecher Maximilian Löchter.

Unfreundliches Telefonat

Die Teamleiterin versuchte, Jenny Schmelzer zu erreichen. Sie rief im Dorint-Hotel an, bekam aber aus Datenschutzgründen keine Telefonnummer von Jenny Schmelzer. Auch beim BVB kam sie anfangs nicht weiter. Sie soll daraufhin in einem Telefonat mit einer Mitarbeiterin in der BVB-Geschäftsstelle sich unfreundlich geäußert haben mit dem Tenor, wie dumm und naiv man sein könne, eine solche Sonntagsveranstaltung ohne Genehmigung zu machen. Und dass es für Spielerfrauen des BVB keine Sonderrechte gebe.

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Die wolle man auch nicht, sagte die BVB-Mitarbeiterin und fragte, was man den nun tun müsse. Der Flohmarkt bedürfe einer Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung, klärte die Teamleiterin auf. Sie könne aber nur dazu raten, den Flohmarkt zu verschieben; denn eine Genehmigung werde man in der kurzen Zeit nicht mehr bekommen.

Bezirksregierung reagierte sofort

Die BVB-Mitarbeiterin machte sich schlau, fand einen freundlichen Ansprechpartner bei der Bezirksregierung und bekam für den Benefiz-Flohmarkt sofort die Ausnahmegenehmigung nach Paragraf 10 Sonn- und Feiertagsgesetz.

Die Teamleiterin nahm das in einem weiteren Telefonat mit der BVB-Mitarbeiterin zur Kenntnis, wurde in einer anschließenden Mail im Ton versöhnlicher, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass grundsätzlich „auch eine temporäre Baugenehmigung zur Durchführung dieser Veranstaltung erforderlich ist“. Sie empfahl, sich mit dem Hotel abzustimmen.

Nicht mehr als 299 Personen gleichzeitig im Raum

„Ich wüsste nicht, wie die Baugenehmigung aussehen sollte“, sagte Hotelchef Michael Demmerle auf Anfrage dieses Mediums. Die Fluchtwege seien gegeben. Man habe schon viele Tagesveranstaltungen gemacht. Auch sonntags.

Doch auch diese Frage hat sich inzwischen geklärt. Es dürfen sich aus Brandschutzgründen nicht mehr als 299 Menschen gleichzeitig in dem Raum aufhalten, in dem der Flohmarkt stattfindet.

Das werde ohnehin nicht passieren, sagt Jola Zorc, Ehefrau von BVB-Manager Michael Zorc und Mitorganisatorin des Flohmarktes. „Wir haben auch Security im Einsatz, die nach und nach immer nur eine bestimmte Anzahl von Leuten hereinlässt. Wir haben dafür eigens Klicker bestellt.“

Jola Zorc: „Jetzt sind wir schlauer“

“Jetzt sind wir schlauer“, sagt Jola Zorc, doch man habe schon Sorge gehabt, „dass so eine schöne Veranstaltung nicht stattfinden kann“.

Beim Ordnungsamt hat man die Kommunikation nicht so unfreundlich in Erinnerung, auch wenn man dort beklagt habe, „dass man beim BVB zunächst nicht kooperativ in der Sache war“, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Am Ende aber sei der BVB dem Rat der Teamleiterin, sich an die Bezirksregierung zu wenden, „dann auch erfolgreich gefolgt“.

Beim nächsten Mal sei man schlauer, sagt Jola Zorc. Und alle Beteiligten hoffen nun auf einen erneut erfolgreichen Flohmarkt am 28. Oktober, 11 bis 15 Uhr, im Dorint-Hotel, an der Lindemannstraße 88. Der Erlös geht dieses Mal neben der Mitternachtsmission auch an das Tierschutzzentrum in der Hallerey.

Kommentar

Es geht auch freundlicher

Es ist richtig, dass BVB-Spielerfrauen vom Ordnungsamt genauso behandelt werden wie andere Bürger auch. Doch es ist davon auszugehen, dass auch andere Bürger nicht auf die Idee kommen, dass sie für eine Benefizveranstaltung, nur weil diese an einem Sonntag stattfindet, eine Sondergenehmigung der Bezirksregierung brauchen. Falls alle Bürger so unfreundlich darauf hingewiesen werden, wie – wenn auch über Dritte – die Spielerfrauen, dann stimmt etwas nicht mit der Bürgerfreundlichkeit in Teilen der Verwaltung. Dass es auch anders geht, hat in diesem Fall die Bezirksregierung in Arnsberg vorgemacht.
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