Bußgelder, Punkte und mehr: So liefen die ersten E-Scooter-Kontrollen beim BVB-Heimspiel

dzPolizei-Bilanz

Für die Polizei sind Leih-E-Scooter rund um BVB-Spiele ein Sicherheitsrisiko. Am Samstag ging sie erstmals verstärkt gegen die Elektro-Tretroller vor. Einigen Fans wurde das zum Verhängnis.

Dortmund

, 17.09.2019, 08:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Fußballfans haben die Leih-E-Scooter, die seit diesem Sommer an immer mehr Ecken in der Stadt herumstehen, als Alternative zu überfüllten Bussen und Bahnen entdeckt, wenn es um die Anreise zum Signal Iduna Park geht. Beim ersten Heimspiel gegen Augsburg standen deshalb schnell Dutzende E-Tretroller im direkten Umfeld des Stadions herum – sehr zum Missfallen der Polizei, die in ihnen Unfallherde, Stolperfallen und sogar potenzielle Wurfwaffen sieht.

Deshalb kündigte die Polizei vor dem zweiten BVB-Heimspiel der Saison an, verstärkt E-Scooter-Fahrer zu kontrollieren. Das Ordnungsamt der Stadt begleitete diese Aktion mit der Ankündigung, Teile der Strobelallee rund um das Stadion vollständig für den Verkehr zu sperren. E-Scooter-Fahrer wurden gebeten, die Gefährte bereits mehrere hundert Meter vor dem Stadion zu parken.

Polizei beobachtete etwas weniger E-Scooter rund ums Stadion

Nicht alle Fans hielten sich daran: Am Samstagnachmittag waren in Sichtweite des Signal Iduna Parks rund ein Dutzend Leih-E-Scooter abgestellt. Dennoch zieht Gunnar Wortmann, Pressesprecher der Dortmunder Polizei, auf Anfrage unserer Redaktion ein positives E-Scooter-Fazit des Spieltags: „Wir haben eine leicht abnehmende Tendenz rund ums Stadion beobachtet.“

Jetzt lesen

„Vereinzelt“, so Wortmann, habe die Polizei bei Kontrollen rund um das Spiel Verwarnungen ausgesprochen, wenn sie Fußballfans mit E-Scootern auf dem Gehweg erwischte. Zwei von ihnen kam die E-Tretroller-Fahrt wohl teuer zu stehen: Weil sie bei der Alkoholkontrolle Werte von mehr als 0,5 Promille aufwiesen, drohen ihnen nun ein Bußgeld von 500 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.

E-Scooter-Fahrer war „absolut fahruntauglich“

Am härtesten aber traf es einen 30-jährigen E-Scooter-Fahrer: Auch ihn hielt die Polizei auf der Strobelallee an, als er auf einem Bürgersteig fuhr – dazu aber noch mit einem illegalen Mitfahrer und obendrein noch so betrunken, dass er „absolut fahruntauglich“ (Polizei) war. Er bekam eine Strafanzeige. Seinen Führerschein kassierte die Polizei noch vor Ort ein.

Auch an den kommenden Spieltagen wird die Strobelallee gesperrt werden, die Polizei will kontrollieren. Außerdem gibt es Überlegungen in der Stadtverwaltung, technische Lösungen gemeinsam mit den Anbietern von Leih-E-Scootern zu entwickeln. Ein denkbarer Weg wäre es, zeitlich begrenzte Sperrzonen rund um das Stadion zu definieren, in denen man die Fahrt mit den Elektro-Tretrollern nicht beenden kann, so Stefan Thabe vom Stadtplanungsamt.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Demonstrationen

Demo-Geschehen in der Nordstadt: Hier marschieren Neonazis und hier gibt es Gegenprotest