Die Fahrer der DSW-Busse sitzen nun hinter speziellen Schutzscheiben. Damit ist wieder ein Einstieg vorn möglich. © Dr. Claudia Posern /DSW
Nahverkehr

Busse in Dortmund bekommen neue Corona-Ausstattung – doch es gibt Probleme

Einstieg und Ticketverkauf vorn, heißt es normalerweise an den DSW-Linienbussen. Wegen Corona wurde das vorübergehend ausgesetzt. Jetzt wird neue Ausstattung eingebaut – doch das dauert.

Am Anfang war das Flatterband: Mitte März 2020 wurde in den Linienbussen von DSW21 rund um die Fahrerkabinen rotweißes Absperrband gespannt – um die Fahrerinnen und Fahrer vor Corona zu schützen.

Die vorderen Eingangstüren waren ebenso wie die ersten Sitzreihen gesperrt. Dafür wurde sogar auf die obligatorische Fahrkarten-Kontrolle durch den Fahrer verzichtet.

Ein gutes halbes Jahr dauerte das Provisorium. Im Oktober begann DSW21 damit, sechs Millimeter dicke Schutzscheiben aus entspiegeltem Glas an den Busfahrer-Kabinen zu montieren. Bis Ende November sollte das an allen 170 Bussen erledigt sein und der Einstieg der Fahrgäste dann wieder über die Vordertür laufen.

Einbau läuft weiter auf Hochtouren

Doch diesem Zeitplan hinkt man weit hinterher. Noch immer sind Busse unterwegs, an denen die Vordertüren gesperrt sind. Grund ist, dass es keine Standard-Scheiben für die verschiedenen Bus-Modelle gibt.

„Es gab durch Lieferschwierigkeiten beim Material und Detailproblemen im Einbau der rund ein Dutzend verschiedenen Fahrzeug- und Modell-Varianten bei den Bussen zeitliche Verzögerungen, sodass wir den Einbau in alle Fahrzeuge noch nicht vollständig abgeschlossen haben“, berichtete DSW-Sprecherin Britta Heydenbluth auf Anfrage.

Im März wurde in DSW-Bussen der Bereich des Fahrers durch Absperrband von dem der Fahrgäste getrennt.
Im März wurde in DSW-Bussen der Bereich des Fahrers durch Absperrband von dem der Fahrgäste getrennt. © dpa © dpa

Gegen Jahresende 2020 seien etwa zwei Drittel der DSW-Busse mit einer Scheibe ausgestattet gewesen. „Der Einbau der noch fehlenden Scheiben wird aktuell mit Hochdruck betrieben“, erklärt die DSW-Sprecherin.

„Wir gehen davon aus, dass die Ausstattung im Laufe des Februars abgeschlossen sein wird.“ Dann sollen auch wieder durchgängig der Vordereinstieg und der Ticketkauf beim Fahrer möglich sein.

„Bis dahin ist der Kauf eines Tickets in den mit Scheiben ausgestatteten Bussen – zu erkennen an dem Aufkleber ‚In diesem Bus: Ticketverkauf beim Fahrpersonal‘ – als zusätzlicher Service zwar möglich“, erklärt Britta Heydenbluth.

„Wir empfehlen aber allen Fahrgästen, die ein Ticket kaufen müssen, dies aktuell vor Fahrtantritt in einem Kunden-Center, einer Vorverkaufsstelle, am Ticketautomaten oder per App zu tun, um auf der sicheren Seite zu sein.“

DSW für Einkaufsgemeinschaft im Einsatz

Betroffen sind nicht nur Dortmunder Busse. DSW21 hat insgesamt rund 1.200 Sicherheitsscheiben zentral für mehrere Verkehrsunternehmen, die sich zur „Kooperation östliches Ruhrgebiet“ zusammengeschlossen haben, beschafft.

Dazu gehören neben DSW21 die Bochumer Bogestra, die Hagener Straßenbahn, die Vestische, die VER sowie Bahnen der Stadt Monheim. Rund 230 Scheiben wurden oder werden in Busse von DSW21 und von Fremdunternehmen eingebaut, die für DSW im Einsatz sind.

„Bei der Herstellung wie auch beim Einbau ergaben sich leider kleine, aber entscheidende Abweichungen bei den Abmessungen der Türen und der Platzierung der Kassensysteme“, erklärt Britta Heydenbluth.

„Die beteiligten Unternehmen in der Einkaufsgemeinschaft besitzen Fahrzeuge von elf verschiedenen Busherstellern, diese haben dann wieder verschiedene Modelle und Jahrgänge.“

Dazu kommen Lieferverzögerungen bei den Scheiben und anderem Material. „Bei aktuell nur drei Lieferanten für das verwendete Sicherheitsglas und einer sehr hohen Nachfrage quer durch die Republik ist das vielleicht auch nicht überraschend“, stellt Britta Heydenbluth fest.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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