Wer kandidiert aus Dortmund für den Bundestag? Alle Parteien haben ein Problem

dzBundestagswahl 2021

Kandidatensuche für die Bundestagswahl 2021: SPD und Grüne in Dortmund nennen erste Namen – die CDU lässt sich noch Zeit. Doch die Corona-Pandemie stellt alle Parteien vor eine ähnliche Hürde.

Dortmund

, 19.11.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die SPD hat den Aufschlag gemacht. Der Parteivorstand hat am Dienstag (17.11) einstimmig entschieden, die Dortmunder Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann im Wahlkreis 143 (Eving, Scharnhorst, Innenstadt-Nord, Brackel, Aplerbeck, Hörde) erneut ins Rennen zu schicken.

Für die Aplerbeckerin wäre es die dritte Legislaturperiode: Poschmann sitzt seit 2013 im Bundestag und hat ihre Mandate bislang direkt geholt.

Der SPD-Vorstand schlägt den Mitgliedern Sabine Poschmann und Jens Peick für den Bundestag vor.

Der SPD-Vorstand schlägt den Mitgliedern Sabine Poschmann und Jens Peick für den Bundestag vor. © Partei

Darauf zielt nun auch der zweite Kandidat, Jens Peick. Der Dortmunder SPD-Parteivize hat den Rückschlag mit seiner Bewerbung für den Arbeitsdirektor-Posten am Klinikum verdaut und soll nach dem Willen des SPD-Vorstandes im Bundestagswahlkreis 142 auf Stimmenfang gehen.

Er umfasst die Stadtbezirke Mengede, Huckarde, Innenstadt-West- und -Ost sowie Hombruch und Lütgendortmund.

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Einen Gegenkandidaten hat Peick nicht: SPD-Mitglied Sebastian Otten hatte zwar ebenfalls mit einer Kandidatur geliebäugelt, tritt nun aber doch nicht an.

Kein digitales Format möglich

Beide Kandidaten, so die Parteistatuten, müssen von den Delegierten der Wahlkreiskonferenzen und letztlich von einem Nominierungsparteitag bestätigt werden. Das soll im ersten Quartal 2021 geschehen. SPD-Chefin Nadja Lüders möchte die Personalien „spätestens Mitte April“ geklärt haben – dann folgt die Aufstellung der SPD-Landesliste.

Problem dabei: Die entscheidenden Veranstaltungen (eben Wahlkreiskonferenzen und Parteitag) können nicht in digitaler Manier abgehalten werden. „Es besteht Präsenzpflicht“, sagt Lüders.

Wie ein Live-Programm mit teils mehr als 100 Delegierten in Zeiten corona-bedingter Einschränkungen ablaufen soll, ist noch unklar. Einen Parteitag im Autokino wie im Juni auf Phoenix-West werde es also nicht geben, sagt Lüders. Möglich wäre die Westfalenhalle als Ort, die auch dem Rat der Stadt als Sitzungsort dient.

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CDU erwägt „Doppelparteitag“

Über den Rahmen einer solchen Veranstaltung macht sich auch Sascha Mader Gedanken, kommissarischer Parteichef der Dortmunder CDU. Nach aktuellem Stand soll der entscheidende Parteitag für Ende Januar/Anfang Februar 2021 terminiert werden. „Es könnte auf eine Art Doppelparteitag hinauslaufen“, sagt Mader.

Denkbar sei, die Nominierung der Bundestagskandidaten mit einem ordentlichen Parteitag zu koppeln, auf dem der neue Dortmunder CDU-Vorstand gewählt wird. Das sollte eigentlich im laufenden Monat November geschehen – was corona-bedingt unmöglich ist.

Wie die CDU die Präsenzpflicht lösen will, ist auch noch unklar. Ebenso, welche Kandidaten sie in den beiden Bundestagswahlkreisen ins Feld schickt. Ob ihr früherer Bundestagsabgeordneter Thorsten Hoffmann antritt – dahinter steht ein Fragezeichen. Hoffmann, zwischenzeitlich von der Jungen Union schwer angeschossen, wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

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Nach Angaben von Mader gibt es „bislang einen Interessenten“ mit Ambitionen auf ein Ticket nach Berlin. Den Namen wollte Mader noch nicht verraten - es würden weitere Gespräche geführt.

Mader: „Ich bin sehr sicher, dass die CDU zwei gute Kandidaten aufstellen wird.“ Ebenso bedeckt hält sich der Parteichef zur Frage, wer sich für die beiden Vize-Posten im Parteivorstand warm läuft. „Zurzeit liegen drei Bewerbungen vor“, sagt Mader.

Drei Bewerber bei den Grünen

Mit drei Bewerbungen hat es auch der Kreisvorstand der Grünen für die beiden Bundestagswahlkreise zu tun. Sozialpolitiker Markus Kurth, für die Partei seit 2002 im Bundestag, hat seine Visitenkarte erneut eingereicht. Wird er bestätigt, dürfte er wieder im Wahlkreis 142 antreten.

Zum Auftakt des Nominierungsverfahrens planen die Grünen für Mittwoch (25.11.) zunächst eine Online-Mitgliederversammlung. Dort sollen die Voten vergeben werden. Als weitere Kandidaten stehen Anke Weber (Beisitzerin im Kreisvorstand) sowie Grünen-Mitglied Susanne Dirkner zur Abstimmung.

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