Brückentag auf dem Westenhellweg: Als hätte es Corona nie gegeben

dzKaum Abstandhalten trotz Corona

Auf dem Westenhellweg tummelte es sich, vor und in den Geschäften sowieso. Trotz noch immer aktueller Corona-Ansteckungsgefahr zog es am Brückentag viele Menschen in Dortmunds City.

Dortmund

, 12.06.2020, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schlangen vor den Geschäften gehen um die Ecke und führen oft bis in die nächste Seitenstraße. In den Schlangen stehen die Menschen mit Masken, sie halten meist auch den notwendigen Mindestabstand. Auf Dortmunds Einkaufsmeile ist dies kaum der Fall: Der Westenhellweg ist voll - es bleiben kaum 1,5 Meter übrig, um Abstand zu seinem Nächsten zu halten.

Sobald die Menschen die Geschäfte verlassen, ziehen sie sich schwungvoll die Maske wieder vom Gesicht. Immerhin ist es heiß, knapp 30 Grad, es ist stickig unter den bunten Stoffen. Ein Straßenmusiker spielt Klarinette. Auch an ihm eilen die Menschen ohne großen Abstand vorbei.

Die Wirtschaft dürfe nicht vergessen werden

Fast scheint es, als hätte es die Corona-Pandemie und die Beschränkungen der letzten Monate nie gegeben - zumindest werden viele Infektionsschutzregeln in all der Hektik nun über Bord geworfen.

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Die Menschen zieht es am Brückentag in die Innenstadt. „Deutsche Erdbeeren, zwei Schalen im Angebot“, ertönt es von einem Marktstand. „Ich bin auch zum Einkaufen hier, obwohl es so voll ist“, erklärt ein Passant. „Ich will das Ganze nicht schmälern, aber ich finde es gut, dass es zurück zur Normalität geht.“

Der Dortmunder bewertet die Menschenmenge nicht als kritisch. „Dass sonst die Wirtschaft kaputtgeht, davor darf man die Augen nicht verschließen“, sagt er. „Da hängen ja auch viele Arbeitsplätze dran.“

„Zuhause sitzen kann man ja auch nicht die ganze Zeit“

Ältere Menschen, Gruppen von Jugendlichen, Kinder, Eltern und junge Paare - der Menschenstrom zieht sich weiter in beide Richtungen. Zwischendurch wird nach etwas Kleingeld gefragt. Gerade im Bereich Kampstraße und Reinoldikirche staut es sich. Es ist kein Platz zum Abstandhalten.

„Klar, die Angst, sich anzustecken, ist schon noch da“, sagt Magda Kremsa, „gerade, wenn man von den neuen Fallzahlen in Dortmund hört“. Auch sie ist zum Einkaufen auf dem Westenhellweg unterwegs. „Aber die Normalität muss irgendwie weitergehen und Zuhause sitzen kann man ja auch nicht die ganze Zeit“, fügt sie hinzu.

„Wir sind froh, hier wieder unter Menschen zu sein“

Eng an eng sitzen die Menschen auch auf den Bänken. Eine Gruppe Musiker trommelt rhythmisch am Straßenrand. Eng und laut, das beschreibt die Situation wohl am treffendsten. In einem großen Menschenpulk ziehen die Einkaufsbummler vorbei.

„Wir sind froh, hier wieder unter Menschen zu sein“, äußern sich zwei weitere Passantinnen. Zu zweit schlendern sie über den Westenhellweg und durch die Geschäfte. „Das Leben muss weitergehen.“

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