Die Möllerbrücke war in den vergangenen Jahren ein „Hotspot“ für Silvesterfeiern und das Abbrennen von Feuerwerk. © Oliver Schaper (A)
Silvester und Corona

Böllerverbot zu Silvester: Stadt Dortmund erweitert die Verbotszonen

Die Stadt weitet die Böllerverbotszonen für die Silvesternacht aus. Neben dem Umfeld von Reinoldikirche und Hauptbahnhof soll es einen dritten Verbotsbereich in der Innenstadt geben.

Eigentlich gilt für Silvester (31.12.) ein Verkaufsverbot von Feuerwerk und Pyrotechnik. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es durchaus noch Restbestände gibt, die Unentwegte in der Silvesternacht zünden wollen.

Stadt und Polizei richten sich deshalb auf einen Großeinsatz zu Silvester ein. Die Stadt hat vorsorglich das Gebiet und die Einschränkungen über die schon bekannten Böllerverbotszonen hinaus erweitert.

Neben dem Umfeld der Reinoldikirche und im Bereich Hauptbahnhof/Katharinenstraße wird auch die Möllerbrücke zur Verbotszone erklärt. Sie reicht vom Südrand des Westparks mit der Rittershausstraße über die Sonnenstraße und Hollestraße bis zur Alexanderstraße bis in die Kleine Beurhausstraße. Mit eingeschlossen ist auch der Sonnenplatz.

So sieht die Verbotszone für die Silvesternacht rund um die Möllerbrücke aus.
So sieht die Verbotszone rund um die Möllerbrücke aus. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Dieser Bereich hatte sich in den vergangenen Jahren zum Treffpunkt für Silvesterpartys entwickelt. Teilweise war es dabei zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Beamte waren mit Böllern und Feuerwerkskörpern beschossen worden.

So sieht die Verbotszone für die Silvesternacht rund um die Reinoldikirche aus.
So sieht die Verbotszone für die Silvesternacht rund um die Reinoldikirche aus. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Schon seit Jahren üblich sind die Verbotszonen in der City – einmal rund um St. Reinoldi zwischen Alter Markt und Willy-Brandt-Platz, zum anderen zwischen Hauptbahnhof und Petrikirche mit Teilen des Königswalls.

So sieht die Verbotszone für die Silvesternacht zwischen Hauptbahnhof und Petrikirche aus.
So sieht die Verbotszone für die Silvesternacht zwischen Hauptbahnhof und Petrikirche aus. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

In allen drei Bereichen ist aber nicht nur das Böllern verboten. Es gilt in diesem Jahr auch ein Ansammlungsverbot für mehr als zwei Menschen – in den City-Zonen von 22 Uhr am Silvesterabend bis 1 Uhr am Neujahrstag, an der Möllerbrücke sogar von 20 Uhr bis 1 Uhr. Das Böllerverbot gilt in allen drei Bereichen von 20 Uhr am Silvestertag bis 2 Uhr in der Nacht.

Partys generell verboten

Im gesamten Stadtgebiet gelten außerdem die üblichen Regeln der Corona-Schutzverordnung zum Ansammlungsverbot mit mehr als 5 Personen und ein Alkoholverbot auf Straßen und Plätzen. Generell sind Partys und vergleichbare Feiern – auch in privaten Räumen – verboten.

Die Einhaltung der Regeln werde gemeinsam mit der Polizei in der Silvesternacht streng kontrolliert, kündigte der städtische Rechtsdezernent Norbert Dahmen am Dienstag (22.12.) nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands an. „Es wird keinen Spaß machen, Party im öffentlichen Raum zu machen.“

Die Polizei leistet „Vollzugshilfe“. „Wir werden am Silvesterabend mit starken Kräften unterwegs sein, mit offener Präsenz also in Uniform, aber auch in Zivil“, erklärte Polizeipräsident Gregor Lange. „Wir werden gemeinsam mit der Stadt Streifen einsetzen und mobile Wachen im Einsatz haben.“ Ein Schwerpunkt liege auf der Möllerbrücke, wo man das Ansammlungs- und Pyrotechnikverbot kontrollieren werde.

Appell des Polizeipräsidenten

Neben der City und dem Bereich Möllerbrücke hat die Polizei aber auch andere Teile der Stadt im Fokus: Die Nordstadt und die Raserszene, die sich zuletzt wieder im Bereich Ostwall getroffen hat, seien weitere Schwerpunkte, kündigte der Polizeipräsident an. Mit dem Staatschutz werde man aber auch mögliche Aktivitäten der rechten Szene im Blick haben.

Lange wies aber auch auf die Selbstverantwortung jedes Einzelnen hin: „Für den Infektionsschutz brauchen wir das Verständnis, die Vernunft und die Verantwortungsbereitschaft der Dortmunderinnen und Dortmunder.“ Sein Appell: „Bitte sorgen Sie dafür, dass wir möglichst nicht in viele Einsätze kommen, bleiben Sie zuhause, feiern Sie nicht draußen, nehmen Sie den Infektionsschutz ernst.“

Bei allen Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen wollte Oberbürgermeister Thomas Westphal aber auch die „große Mehrheit“ der Dortmunderinnen und Dortmunder nicht vergessen, die sich an die Regeln halten. „Unser Dank gilt allen, die mitziehen“, sagte Westphal.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich
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