Der Blitzer an der Ruhrallee 98 in Dortmund hat die meisten Tempo-Verstöße registriert. © Julian Preuß
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„Blitzer-Millionär“ Dortmund: Ein Blitzer bringt besonders viel Geld

Die Stadt Dortmund gehört zu den „Blitzer-Millionären“ in Deutschland. Nun ist bekannt, wieviel Geld durch Blitzer wirklich in die Kassen fließt und wo besonders oft geblitzt wird.

Die Dortmunder Innenstadt ist für Straßenrennen und Raser bekannt. Daher verwundert es nicht, dass sich die Stadt unter den Top Zehn der bestverdienenden Städte Deutschlands befindet. Zumindest, wenn man die Bußgeld-Einnahmen durch Blitzer betrachtet. Das hat der Deutsche Anwaltverein (DAV) in einer Umfrage herausgefunden.

Den Ergebnissen zufolge generiert die Stadt Dortmund damit Einnahmen in Millionenhöhe. Auf Nachfrage dieser Redaktion hat die Stadtverwaltung diese Auswertung weiter konkretisiert. 2021 hat die Stadt bis Anfang November (Stichtag: 7.11.) etwa 3,7 Millionen Euro durch Blitzer eingenommen, erklärt Pressesprecher Maximilian Löchter.

Eine etwas höhere Summe ist im gesamten vergangenen Jahr zusammengekommen. „Die Einnahmen aus Verwarngeldern im Ordnungsamt im Zusammenhang mit der Geschwindigkeitsüberwachung des fließenden Verkehrs belaufen sich für das Jahr 2020 auf ca. 3,9 Millionen Euro“, so Löchter.

Am rentabelsten sind die stationären beziehungsweise fest installierten Blitzer. In diesem Jahr haben diese bislang zwei Millionen Euro in die Stadtkasse gespült. Im selben Zeitraum mussten Tempo-Sünder 1,7 Millionen Euro wegen mobiler Blitzanlagen zahlen.

Blitzer an der Ruhrallee löst am häufigsten aus

Im gesamten letzten Jahr nahm die Stadt ebenfalls zwei Millionen Euro durch feste Blitzer ein. Die mobile Geschwindigkeitsüberwachung spielte 2020 1,9 Millionen Euro ein. Als besonders ertragreich hat sich der stationäre Blitzer an der Ruhrallee 98 erwiesen. Etwa 30.000 Mal lösten zu schnell fahrende Autos den Blitzer aus.

Wofür das eingenommene Geld verwendet wird, konkretisiert die Stadtverwaltung indes nicht. „Das Geld kommt dem gesamtstädtischen Haushalt zu“, so Löchters Erklärung. Damit sei das Geld nicht zweckgebunden. Wie viel der Einnahmen wieder in die Instandsetzung und Erneuerung der Straßen investiert werde, könne man daher nicht sagen.

Neuer Bußgeldkatalog gilt ab sofort

In den kommenden Wochen und Monaten besteht die Möglichkeit, dass sich die Einnahmen der Stadt durch Blitzer-Bußgelder weiter erhöhen. Seit Dienstag (9.11.) gilt ein neuer Bußgeldkatalog. Die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen erhöhen sich damit deutlich – teilweise verdoppeln sie sich.

Eine Prognose zu den Einnahmen in den nächsten Monaten möchte die Stadtverwaltung aber nicht abgeben. Löchter begründet dies damit, dass die Entwicklung der Verstöße maßgeblich vom Verhalten der Verkehrsteilnehmenden abhänge. Reduzieren sich also die Tempo-Verstöße wegen der drohenden Strafen, verändern sich dementsprechend die städtischen Einnahmen. Möglich ist es dennoch, dass Dortmund im kommenden Jahr wieder zu den „Blitzer-Millionären“ gehört.

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