Bettler in der Dortmunder City: Was geduldet wird und was verboten ist

dzBeschwerden

„Eine Katastrophe“ nennt eine Geschäftsfrau das Betteln und Drogendeals in der City. Die Stadtverwaltung sieht aber nicht mehr Beschwerden als sonst. Einiges ist auch gar nicht verboten.

Dortmund

, 26.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Geschäftsleute der Dortmunder City ärgern sich über Bettler, Drogendealer und Müll in ihrer Wißstraße – zwischen Stadtgarten und Hansaplatz. Laut Stadt Dortmund gebe es aber in letzter Zeit nicht vermehrt Beschwerden, das Aufkommen in der City sei „eher gering“, sagt Sprecher Maximilian Löchter.

Gelegentlich werde der Anblick bettelnder Menschen bereits als „unangenehm“ und „störend“ empfunden, so Löchter: „In jedem Fall jedoch dann, wenn es in aggressiver Art und Weise erfolgt.“ So fühlen sich einige Menschen in ihrem subjektiven Sicherheitsgefühl beeinträchtigt.

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Generell beobachte die Stadtverwaltung, dass das Betteln im Umfeld des Hauptbahnhofes, der zentralen Haltestellen oder auch auf dem Westen- und Ostenhellweg besonders häufig vorkommt.

In Dortmund ist aggressives Betteln durch „unmittelbares Einwirken von Person zu Person“, untersagt. Das treffe insbesondere zu, wenn sich Bettler in den Weg stellen, Passanten aggressiv ansprechen oder anfassen sowie Kinder betteln lassen.

„Das stille Betteln ist hinzunehmen“

Diese Dinge stellen eine Ordnungswidrigkeit dar, entsprechende Verwarngeldern reichen von 15 bis 55 Euro. Im Jahr 2019 wurden deshalb 105 Verwarngelder erhoben und 334 Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt.

„Demgegenüber ist das sogenannte stille Betteln im Einklang mit der herrschenden obergerichtlichen Rechtsprechung hinzunehmen“, so Löchter. Dazu gehören etwa das Sitzen am Wegesrand mit einer Schale für Geldspenden oder das bloße Ansprechen, solange dies nicht aggressiv erfolgt.

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„Neben der ordnungsbehördlichen Sicht auf das Betteln darf natürlich auch der soziale Blick auf das Thema nicht fehlen“, sagt Löchter. Corona-bedingt entfallen derzeit einige Angebote, die für Wohnungs- und Obdachlose oder Menschen mit Suchtproblemen vorgehalten werden.

Löchter sagt: „So haben diese Menschen weniger Möglichkeiten, sich tagsüber einen längeren Zeitraum in den Einrichtungen aufzuhalten.“ Wohnungslosigkeit sei daher aktuell sichtbarer als in Zeiten vor der Corona-Pandemie. Deshalb gebe es nun zusätzliche und angepasste weitere Hilfsangebote, etwa eine „Duschstation“, in der Wohnungslose sich waschen und ihre Wäsche wechseln können.

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