Betrunken und ohne Führerschein im BMW durch die Stadt: zweieinhalb Jahre Haft

Urteil am Amtsgericht

Die Liebe zu seinem Auto bringt einem 32-jährigen Dortmunder immer wieder Ärger ein. Am Montag verurteilte ihn das Amtsgericht sogar zu zweieinhalb Jahren Gefängnis.

26.11.2018, 18:14 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Angeklagte hat noch nie in seinem Leben einen Führerschein besessen. Dieser Umstand hat ihn allerdings zu keiner Zeit daran gehindert, sich hinters Steuer seines lilafarbenen BMW zu setzen und durch die Stadt zu fahren. Im Mai war es wieder einmal soweit. Bevor er den Motor startete, hatte der 32-Jährige allerdings noch seiner zweiten Leidenschaft gefrönt und reichlich Bier getrunken.

1,5 Promille

Mit einem Blutalkoholwert von 1,5 Promille ging es schließlich in Richtung Bornstraße, wo der Angeklagte mit seinem Auto sofort den übrigen Verkehrsteilnehmern auffiel. "Er fuhr Schlangenlinien", erinnerte sich eine Zeugin im Prozess. "Wenn ich nicht ausgewichen wäre, wäre er in mein Auto hineingefahren."

Nachdem die Frau schließlich die Polizei informiert hatte, kam es auf der Straße "Kuckelke" zum Showdown. Ein Beamter näherte sich dem inzwischen abgestellten lilafarbenen BMW und beugte sich durch das Fenster der Fahrerseite. In diesem Moment trat der Angeklagte aber noch einmal voll aufs Gas und schleifte den Polizisten so einige Meter weit mit, ehe das Fahrzeug an einem Baum zum Stehen kam. Der Angeklagte musste schließlich ohnmächtig geschlagen und aus dem Anschnallgurt geschnitten werden.

Entschuldigung im Prozess

Vor Gericht gab sich der 32-Jährige einsichtig, obwohl er beteuerte, dass er sich an den Vorfall mit dem Polizisten eigentlich gar nicht mehr erinnern könne. Bei dem Beamten entschuldigte er sich dennoch. "Ich bin froh, dass nicht noch mehr passiert ist."

Richterin Christine Weber sah angesichts des langen Vorstrafenregisters des Angeklagten keine Bewährungschance mehr. Erst recht nicht deshalb, weil er zum Zeitpunkt der Trunkenheitsfahrt eine Haftstrafe im offenen Vollzug verbüßte. Das Urteil lautete entsprechend auf zweieinhalb Jahre Haft.

"Dieses Maß an Unbelehrbarkeit ist wirklich außergewöhnlich", hieß es in der Urteilsbegründung. Dieser Ansicht schloss sich selbst Verteidiger Christian Isselhorst an: "Die Tat zeigt eine erhebliche kriminelle Energie."

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