Betrüger stehlen Senioren Bargeld und Schmuck - Polizei warnt vor dreisten Trickdieben

dzBetrugsmasche

Zwei Senioren aus Dortmund sind am Donnerstag um eine hohe Summe Bargeld und andere Wertsachen gebracht worden. Die Täter nutzten denselben gemeinen Trick, um in die Häuser zu kommen.

von Patricia Friedek, Fabian Paffendorf

Dortmund

, 11.10.2019, 13:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unbekannte Täter haben sich in Dortmund fälschlicherweise als städtische Mitarbeiter ausgegeben und zwei Senioren bestohlen. Die Polizei sucht jetzt Zeugen und warnt vor ähnlichen Maschen.

Beide Taten ereigneten sich demnach am vergangenen Donnerstag zwischen 13 und 14 Uhr. In der Schulstraße in Lichtendorf klingelten zwei Männer mit Klemmbrett an der Haustür einer 88-Jährigen. Sie behaupteten, sie müssten Energiemessungen für die Stadt machen und drängten sie ins Haus.

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Seniorin wurde abgelenkt

Während ein Täter die Seniorin in ein Gespräch verwickelte, durchsuchte der andere das Haus nach Wertsachen. Nach etwa einer Stunde verließen sie wieder das Haus. Wenig später bemerkte die Dortmunderin den Diebstahl von Schmuck und Bargeld.

Die zweite Tat ereignete sich im Lindenthalweg in Lütgendortmund und lief nach dem gleichen Muster ab. Dort war ein 89-jähriger Dortmunder betroffen. Am Abend stellte er fest, dass ihm ein vierstelliger Bargeldbetrag gestohlen worden war.

Zeugenaussagen zufolge waren die beiden Täter aus Lichtendorf etwa 40 Jahre alt und dunkel beziehungsweise grau gekleidet. Die Täter aus Lütgendortmund waren etwa 20 bis 30 Jahre alt. Hinweise zu den Unbekannten nimmt die Polizei unter Tel. (0231) 1 32 74 41 entgegen.

Altbekannte Maschen

Die Polizei warnt nachdrücklich vor Dieben, die sich als Mitarbeiter städtischer Betriebe oder als Techniker von Telekommunikationsanbietern vorstellen. "Die Masche ist immer dieselbe. Egal, ob da nun jemand vorgibt, von der Telekom oder von den städtischen Betrieben beauftragt worden zu sein", erklärt Polizeipressesprecher Gunnar Wortmann. Zumeist suchten Trickdiebe sich ganz bewusst ältere Menschen als Opfer aus, da sie vermuteten, dass die Bargeld zu Haus deponierten.

Laut Polizeisprecherin Nina Kupferschmidt laufe der Trick dann immer gleich ab: "Die Diebe kommen zu zweit und wenn sie erst einmal in der Wohnung sind, lenkt eine Person das Opfer ab, damit die andere in Ruhe in der Wohnung nach Beute suchen kann." Es gebe aber zahlreiche Möglichkeiten, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen.

Erspartes gehört auf die Bank

"Vier- oder fünfstellige Bargeldsummen und Erbschmuck sollten nicht dauerhauft im Haushalt aufbewahrt werden. Wer sein Geld zur Bank bringt und für kostbare Schmuckstücke zum Beispiel alternative Aufbewahrungsorte wie Schließfächer nutzt, kann sich schützen", sagt Nina Kupferschmidt.

"Es ist ganz wichtig, ein gesundes Misstrauen an den Tag zu legen, wenn da unangemeldet Fremde vor der Wohnungstür stehen und Einlass verlangen." Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt die Polizei, nach Möglichkeit eine Sicherheitskette für die Wohnungstür zu nutzen und unangemeldeten Besuchern nie sofort die Tür ganz zu öffnen.

Rückversichern geht vor

Man solle sich einen Betriebsausweis zeigen lassen und gegebenenfalls telefonische Rücksprache mit den jeweiligen Firmen, der Hausverwaltung oder mit Vertrauenspersonen und Nachbarn halten - "Da kann man den Fremden die Tür auch vorerst nochmals vor der Nase zumachen, bis das erledigt ist und man sich rückversichert hat", so Nina Kupferschmidt.

Weiterhin empfiehlt die Polizei, dass jüngere Menschen mit ihren älteren Familienmitglieder, Nachbarn und Bekannten über die Betrugsmaschen reden sollten, um sie für das Thema zu sensibilisieren. Und: Auch wenn dubiose Besucher das Weite suchen ohne die Wohnung betreten zu haben, sollte auf jeden Fall die Polizei über mutmaßliche Trickdiebstahlversuche informiert werden.

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