Ein Biergarten ohne Bäume, dafür viel Schwarz und Rost

dzBiergarten-Check

Bäume gibt’s hier nur an der Straße. Schatten findet man unter schwarzen Sonnenschirmen. Kein wirklicher Garten, dafür aber nicht nur viel frischgezapftes, sondern auch frischgebrautes Bier.

Dortmund

, 16.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Frischgezapftes zum Sonnenuntergang. Die meisten Gäste genießen hier ihr Bier im Stehen – und reden. Ja, hier hat man sich offensichtlich viel zu erzählen. Man kennt sich und trifft sich auf ein leckeres Bier. Oder zwei. Oder drei. Junge Familien, Rentner nach der Fahrradtour, aber vor allem Nerds nach Feierabend lieben das stylish-nüchterne Ambiente mit rostiger Industrieromantik in Sichtweite, das Sinnbild zum Retro-Slogan „Harte Arbeit, ehrlicher Lohn“.

Im Biergarten der Bergmann-Brauerei auf Phoenix-West sucht man vergebens das Grün. Hier dominiert Schwarz. Hier – zwischen stillgelegten Hochöfen und ehemaligen Schlackenhalden – hat der Dortmunder Dreiklang überlebt: Kohle, Stahl, Bier.

Die Erreichbarkeit

Wer mit dem Auto kommt, findet ausreichend kostenlose Parkplätze, rund 60 auf dem Gelände der Bergmann-Brauerei mit der Stehbierhalle, aber auch im umgebenden Technologiepark.

Doch wer Bier trinkt, sollte ohnehin besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen. Mit der U-Bahn 41 bis Hörde Bahnhof. Von dort erreicht man mit den Buslinien 445 und 451 den Bergmann-Biergarten nach nur rund vier Minuten Fahrzeit und einer Minute Fußweg. Zu Fuß ab Bahnhof Hörde braucht man auch nur zehn Minuten.

Man kann auch die U49 bis Rombergpark nehmen und dann ab Haltestelle Rombergpark 15 Minuten zu Fuß gehen.

Das Angebot

Wer jetzt Frikadelle mit Brötchen, Soleier oder Mettendchen erwartet hat, liegt falsch. Zu essen gibt es nicht viel, dafür wechselt das Angebot alle paar Tage; denn von Juni bis September stehen von Montag bis Sonntag ständig wechselnde Food Trucks an der Stehbierhalle, ab Oktober von donnerstags bis sonntags. Welcher Food Truck zu welchen Zeiten da ist, kann man der Website oder dem Facebook-Acount der Bergmann-Brauerei entnehmen.

Wir haben im Juli das Streetfood von William-Catering probiert. Den Bio-Pulled-Pork-Burger (7 Euro) und die Ofensüßkartoffel mit Quark (3 Euro). Etwas anderes gab’s nicht. Es war keine Of(f)enbarung, hat aber satt gemacht. Dafür schmeckte das Schwarzbier mit dem schönen Namen „Schwarze Seele“ umso besser (3 Euro für 0,3 Liter). Das Adambier und die Hopfensünde gibt‘s für je 3,90 (0,3 l), das erfrischende Halbstarke (ein leichtes Schankbier) und Pils für je 2,50 Euro (0,3 l). Ebenso Apfelschorle.

Wer kein Bier trinkt, bekommt zum Beispiel für je zwei Euro Mineralwasser (0,3 l) oder einen Pott (0,2 l) Schirmer Filterkaffee. Auch Tee gibt‘s, sieht man im Sommer aber selten. Rechnet man das Essen vom Food Truck hinzu, kommt man für ein „Menü“ mit Getränk auf rund 13 Euro. Ein Highlight sind auch die Saisonbiere wie der aktuelle hefetrübe Sondersud „Hopfenzwickel“, würzig-herb mit aromatischer Minz- und Fruchtnote (3 Euro für 0,3 l).

Location

Bäume sucht man im eingezäunten Bergmann-Biergarten vergebens. Die stehen lediglich draußen an der Straße. Schatten spenden nur zwei sehr große schwarze Sonnenschirme. Die Sitzplätze auf den Bänken an den hellen Resopaltischen reichen für 60 Leute, ergänzt durch zwei Stehtische. Viele trinken freistehend, manche hängen ihre Füße in das Wasserbecken vor dem Biergarten.

Gemütlich ist anders, wirklich einladend ist der südwestlich ausgerichtete Biergarten nicht, eher stylish und funktional, analog zur Industriekulisse. Er liegt vor dem eleganten, schwarz-glänzenden, scharfkantigen Brauereigebäude mit der Stehbierhalle. Mit dieser Halle ist dieser Biergarten binnen zwei Jahren zur Kult-Location geworden. Wenn‘s regnet, kann man in die Stehbierhalle wechseln oder eine zuvor gebuchte Brauerei-Besichtigung machen. Spielmöglichkeiten für Kinder gibt es nicht.

Der Service

Das Bier bestellt und holt man sich an der Bierausgabe und zahlt 2 Euro Pfand fürs Glas. Das Personal hinterm Zapfhahn verrichtet seine Arbeit fröhlich.

Jetzt lesen

Das sagt das Netz

Google:

„Nettes Publikum, sehr moderner Laden. Kaum Stehtische, erst recht nicht im Schatten. Die Biere, ich habe alle normalstarken probiert - keins davon schrie nach Wiederholung! Sie könnten auch, vor allem im Sommer, ein paar Grad weniger vertragen!“

!Super schöne Brauerei. Tolles Ambiente. Vor allem im Sommer gibt es die Möglichkeit im Biergarten zu hocken bzw. Sich an den kleinen Fluss zu setzen. Gut besucht. Gute Auswahl an Bieren. Auch probier-Bier möglich. Saubere Toiletten. Viel Platz zum Sitzen“.

Trip-Advisor:

„Kultbier vor einer imposanten Industrie-Kulisse“

„Auch in der Nebensaison top, aber gerade jetzt im Frühling und zum Sommer hin, der perfekte Spot um das Wetter und den Sonnenuntergang zu genießen.“

„Geniale Atmosphäre und das beste Bier in Dortmund!“

(Fehler in den Zitaten aus Authentizitätsgründen übernommen)

Infos zum Biergarten der Bergmann-Brauerei: Bergmann-Brauerei, Elias-Bahn-Weg 2 auf Phoenix-West, Öffnungszeiten Mo.–Do. 16–22 Uhr, Fr., Sa., So. 12–22 Uhr.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Verkehrsachse durch die City

Nach Jahren des Wartens: Jetzt steht Starttermin für Weiterbau des „Boulevard Kampstraße“