„Belohnung fürs Ignorieren der Warnung“: Lichterfest-Debakel lässt Emotionen hochkochen

dzWestfalenpark

Nach dem Gewitter-Chaos beim Lichterfest erreichen uns dutzende frustrierte Reaktionen. Die Räumung des Parks und die dann doch anschließende Fortsetzung stößt auf massives Unverständnis.

Dortmund

, 02.09.2019, 16:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für viel Unverständnis und Ärger hat das Lichterfest am Samstag (31.8.) im Westfalenpark gesorgt. Der Park wurde mit der Information „Abbruch“ aufgrund des drohenden Gewitters geräumt – hinterher wurde das Fest jedoch fortgesetzt, als viele Gäste bereits gegangen waren.

Eine Menge Facebook-Kommentare und Leserbriefe zeugen am Montag von Unverständnis für die Kommunikation seitens der Veranstalter. Denn viele Besucher erfuhren erst zu Hause, dass das Bühnenprogramm und ein Feuerwerk am Ende doch stattfanden.

„Wir haben die Security gefragt, als wir raus mussten und uns wurde gesagt, definitiv für den Abend Abbruch. Ja, scheiße war es. Es ging dann weiter. Und dafür sind wir 370 km gereist“, schreibt etwa eine Userin auf unserer Facebook-Seite "Ruhr Nachrichten Dortmund".

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Erst am nächsten Tag vom Abbruch erfahren

Leser Volker Kluppsch schreibt in einer Nachricht an unsere Redaktion, dass auch seine Familie von einem Abbruch ausgegangen war. Erst am Morgen danach habe er im Radio erfahren, dass das Fest am Ende doch fortgesetzt wurde.

Unter anderem heißt es in seiner Nachricht: „Jetzt sind wir doch ein wenig sprachlos und maßlos verärgert!!!! Aus genau welchem Hinweis hätten wir ableiten sollen, dass es sich nur um eine Unterbrechung handelt und dass das Programm fortgesetzt wird????? Diesen Hinweis hat es definitiv nicht gegeben!!! Für welche Besucher haben Sie denn das Höhenfeuerwerk durchgeführt? Für diejenigen, die stur Ihrer Aufforderung nicht gefolgt sind?“

Teil zwei der Nachricht spiegelt wider, was sich aus weiteren Kommentaren ergibt: Die Fortsetzung des Programms wurde als Belohnung für das Nicht-Befolgen einer Sicherheitsmaßnahme angesehen. So etwas dürfe einfach nicht vorkommen. Immerhin habe das Abwickeln der Räumung im Park an sich reibungslos funktioniert, wie ein Leser es am Telefon schildert. Man habe zwar keine Information bekommen, warum genau der Park geräumt werde, dafür waren die Zugänge zu den U-Bahn-Stationen allerdings so geregelt, dass es nicht zu eng wurde.

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Florian Seckel, ein anderer Leser, hat eine Mail an die Redaktion weitergeleitet, die er direkt an den Westfalenpark gesendet hat. Darin bringt er zwar Verständnis für die Räumung auf, kritisiert aber vor allem, dass es keine Aufklärung gegeben habe, weshalb der Park geräumt werden musste. "Es kursierten die tollsten Gerüchte, was im Park los sei. Kinder weinten. Und das Ganze nur wegen mangelnder Aufklärung." Auch er zeigt sich sehr enttäuscht darüber, später in der Stadt von der Fortsetzung des Festes erfahren zu haben. "Wir haben 12,50 pro Person bezahlt und sind bitter enttäuscht."

Folgen für zukünftige Sicherheitskonzepte?

Leser Jörg Krüger befürchtet, dass die Fortsetzung des Festes fatale Folgen für zukünftige Sicherheitskonzepte haben könnte. "Wer wird denn zukünftig in einer ähnlichen Situation den Park verlassen?", fragt er in seinem Leserbrief.

Auch auf der Facebook-Seite des Westfalenparks hagelt es ordentlich an Kritik. Für die Räumung bringen auch hier viele User Verständnis auf. So schreibt eine Nutzerin: "Ich finde es absolut richtig, dass geräumt wurde! Das Gewitter hätte ja deutlich schlimmer ausfallen können."

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Die gleiche Userin spart anschließend nicht mit Kritik. "Was ich allerdings überhaupt nicht verstehen kann ist, dass das Lichterfest dann doch fortgesetzt wurde. Darüber ist die Enttäuschung doch groß." Auch sie beurteilt die Situation so, dass die belohnt wurden, die sich den Anweisungen widersetzt und den Park nicht verlassen hätten. Ihr Kommentar spiegelt die Meinung vieler enttäuschter Besucher wider, die sich unter dem Facebook-Beitrag des Westfalenparks ähnlich äußern.

(Anmerkung der Redaktion: Die Fehler befinden sich in den Original-Kommentaren und -zuschriften und wurden im Sinner der Authentizität nicht redigiert.)

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