Geplant wird das Hafenquartier an der Speicherstraße schon lange. Nun steht fest, ab wann endlich gebaut wird. Ein bekanntes und beliebtes Dortmunder Restaurant zieht ins neue Quartier um.

Dortmund

, 11.10.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Entwicklung der Speicherstraße im Hafen war ein zentrales Thema für Gespräche und Präsentationen der Stadt Dortmund bei der europaweit größten Immobilienmesse Expo Real in München. Und dabei zeichnete sich ein Fahrplan für die weitere Planung und die konkreten Bauarbeiten ab, die im nächsten Jahr beginnen sollen.

„Leuchtturm“-Neubau

Den Anfang macht ein Neubau-Projekt. Am Santa-Monika-Anleger, direkt neben der Hafenbrücke, soll ein sechsgeschossiges Bürohaus unter dem Arbeitstitel „Leuchtturm“ entstehen. Die Bauherren warten schon sehnlich auf die Baugenehmigung. Spätestens Anfang nächsten Jahres soll der erste Spatenstich gesetzt werden.

Denn die Vermarktung läuft gut. Rund 80 Prozent der Büroflächen sind schon vermietet, berichtete Jörg Borchers, Geschäftsführer des Dortmunder Immobilienentwicklers Apodo, der das Projekt gemeinsam mit dem Lingener Bauunternehmen Hofschröer realisiert.

Im Blick haben die Investoren vor allem Unternehmensgründer. Und dazu bieten sie nach Plänen des Esslinger Architekturbüros Bräuning Höhne neben klassischen Büroflächen auch sogenannte Co-Working-Spaces, also gemeinschaftlich genutzte Büros, die auch für kurze Zeit gemietet werden können.

Gastronomie am Hafen

Ganz frisch vermarktet ist nun auch die Gastronomie-Fläche im ersten Obergeschoss, das über eine Freitreppe und eine Terrasse die Hafenbrücke und die Speicherstraße verbindet. Dort wird ein alter Bekannter heimisch: Das mongolisch-asiatische Restaurant Mongo’s zieht dort ein und bereichert damit die Gastro-Szene in der Nordstadt. Bislang ist Mongo’s an der Lindemannstraße zuhause, muss dort aber weichen, weil das Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird.

Theater-Akademie

Nächste Baustelle nach dem „Leuchtturm“ wird ein Abriss sein. An der Speicherstraße wird schon bald Platz geschaffen für die Akademie für Theater und Digitalität des Theaters Dortmund. Sie soll ab 2022 einen künstlerischen Beitrag zum Thema Digitalität liefern, das prägend für das gesamte Quartier werden soll.

Finanzieller Nachschlag für „Heimathafen“

Gleich nebenan soll möglichst Anfang 2020 der Umbau eines alten Speditionsgebäudes zum „Heimathafen“ beginnen. Das Bildungs- und Beratungszentrum (nicht nur) für Zuwanderer der Stiftung Soziale Stadt hat sich deutlich verzögert. Inzwischen ist aber der Bauantrag gestellt, berichtet Susanne Linnebach als Leiterin des Amtes für Stadterneuerung.

Zuletzt musste wegen baulicher Probleme und allgemein gestiegener Baukosten noch eine Kostenerhöhung des Projekts von 3,7 auf knapp 6 Millionen Euro verarbeitet werden. Dazu wurde auch eine Erhöhung der schon bewilligten Städtebaufördermittel beim Land beantragt. Eine formelle Bewilligung steht noch aus, ist aber zugesagt, berichtet Susanne Linnebach. Ziel bleibt eine Fertigstellung bis Ende 2021.

Verzögerung bei Straßenumbau

Verzögert hat sich auch die Neugestaltung von Straßen und Plätzen durch die Stadt, mit der eine neue Promenade am Kanalufer vor den Speichergebäuden entstehen soll. Ende des ersten Quartals 2020 soll die Politik den Baubeschluss treffen, erklärt Susanne Linnebach den aktuellen Zeitplan. Zugleich wird die Ausschreibung für die rund 5,3 Millionen Euro teuren Arbeiten vorbereitet.

Baustart könnte dann im Herbst 2020 sein. Spätestens 2022 soll die Umgestaltung dann vollendet sein. Besser gesagt: Sie muss vollendet sein. Denn die bewilligten EU-Fördermittel sind befristet, erklärt Susanne Linnebach.

Lensing Media Port

Digitalität steht auch im Mittelpunkt beim Lensing Media Port im Speichergebäude 2/2a. Auf gut 6000 Quadratmetern Fläche will das Medienhaus Lensing Digitalagenturen, Entwicklern und Webdesignern eine neue Heimat bieten. Aktuell werden die Planungen noch verfeinert.

2020 soll dann der Bauantrag gestellt werden und nach der Genehmigung möglichst bald mit dem Umbau begonnen werden. Noch bestehende Mietverträge für das alte Gebäude laufen im nächsten Jahr aus. 2022 könnte dann der Lensing Media Port Eröffnung feiern.

Etwa zeitgleich könnte der Umbau des großen Nachbargebäudes an der Speichstraße 10-20 starten. Noch läuft für der Vermarktungs- und Planungswettbewerb für den Umbau der alten Speichergebäude mit rund 20.000 Quadratmetern Fläche zum Gründungs- und Innovationscampus. Ende November soll entschieden werden, welche Gemeinschaft aus Planern und Investoren den Zuschlag bekommt.

Wettbewerb für nördliche Speicherstraße

Spätestens im Frühjahr 2020 soll auch feststehen, wie die nördliche Speicherstraße mit den freien Flächen am Hafenkai und dem freiwerdenden, fünf Hektar großen Gelände von Knauf Interfer inklusive der alten Hafenverwaltung werden soll.

Zurzeit läuft dafür ein städtebaulicher Wettbewerb, der Grundlage für einen Rahmenplan wird. Er soll noch im Sommer 2020 beschlossen werden und den Weg frei machen für Neubauten rund um die verlegte nördliche Speicherstraße.

Federführend ist nach dem Vorbild von Stadtkrone-Ost und Phoenix-See die Entwicklungsgesellschaft d-port als gemeinsame Tochter von Hafen AG und DSW21. Der Abriss alter Gebäude hat bereits begonnen.

Beliebtes Dortmunder Restaurant zieht in den Hafen - Umbau an der Speicherstraße startet

Nach dem Umbau der alten Speichergebäude an der südlichen Speicherstraße (unten links) soll auch die nördliche Speicherstraße entwickelt werden. Dazu gehört dann auch die Fläche der Firma Knauf Interfer, deren Hallen (Bildmitte) abgerissen werden. © Oskar Neubauer

Spätestens in einem Jahr, zur Expo Real 2020, wird das Hafenquartier Speicherstraße also baulich und planerisch weiter Konturen angenommen haben.

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