Bei der Stadtverwaltung droht Personalnot: 44 Prozent der Mitarbeiter sind über 50 Jahre

dzArbeiten 4.0

Im Jahr 2030 werden der Stadtverwaltung Dortmund aufgrund der Altersstruktur 1600 Beschäftigte fehlen – wenn sie nicht gegensteuert. Das Lösungswort heißt Arbeiten 4.0.

Dortmund

, 01.10.2018, 13:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch gelingt es der Stadt überwiegend, ihren nötigen Personalbedarf zu decken. Doch der Personal- und Organisationsbericht 2018 vermittelt mehr als eine Ahnung, dass diese Aufgabe aufgrund der Altersstruktur nicht leichter wird; denn der Altersdurchschnitt unter den 9642 Mitarbeitern der Stadtverwaltung (Stand Ende 2017) beträgt 45,4 Jahre.

„44 Prozent der Beschäftigten sind älter als 50“, sagt Personaldezernent Christian Uhr. Die Verwaltung steuert bereits gegen, indem sich nach und nach die Zahl ihrer Auszubildenden erhöht hat. Im Jahr 2017 befanden sich 616 Nachwuchskräfte in einem Ausbildungsverhältnis. Ihre Zahl hat sich in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt.

Im Jahr 2030 könnten fast 20 Prozent der Mitarbeiter fehlen

Darüber hinaus wurden im vergangenen Jahr 280 externe Kräfte neu eingestellt für die Bereiche Allgemeine Verwaltung, Kinder und Jugend, Sicherheit und Ordnung sowie Planen, Bauen und Wohnen.

Doch selbst, wenn die Stadt jeden ihrer Auszubildenden übernehmen würde, würden im Jahr 2030 nach heutigem Stand 1600 Mitarbeiter fehlen. Uhr: „Das ist eine Minderung des Bestands um fast 20 Prozent.“

Ein entscheidender Weg, die bevorstehenden Personalabgänge aufzufangen, ist die Digitalisierung. Unter der Überschrift „Digitale Verwaltung Arbeiten 4.0“ (angelehnt an die 4. industrielle Revolution) nimmt die Verwaltungsspitze den Arbeitsplatz der Zukunft in den Fokus. Informations- und Kommunikationstechnik wird deutlich mehr als bislang in die Verwaltungsprozesse einziehen. Dazu bedarf es neuer Arbeitszeitmodelle, Büroraumkonzepte, mobilem Arbeiten.

Rasanter demografischer Wandel

Personaldezernent Uhr: „Die Digitalisierung kann helfen, dem rasanten demografischen Wandel in der Verwaltung in den nächsten zehn Jahren zu begegnen.“

Doch diese Veränderungen werden Auswirkungen auf die Belegschaft haben. „Die Vielfalt von Projekten und Maßnahmen wird die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verunsichern“, heißt es dazu in der entsprechenden Verwaltungsvorlage. Die Beschäftigten sollen deshalb aktiv eingebunden werden.

Erste digitale Projekte

Die ersten Digitalisierungsprojekte sind oder werden bereits angestoßen wie beim Kindergartenträger Fabido. Beim Ordnungsamt wird das digitale Gewerberegister eingeführt.

Darüber hinaus ist die Stadt Dortmund eine von sechs Pilotkommunen für das Modellprojekt „Digitales Baugenehmigungsverfahren in Nordrhein-Westfalen“. Ziel ist, Baugenehmigungsverfahren vollständig zu digitalisieren, von der Antragstellung über die Bearbeitung bis zur Bescheid-Erteilung. Auch der Ausbau des E-Payments wird angestrebt. Spätestens ab dem 1. Januar 2022 sollen die Behörden des Landes NRW ihre Akten elektronisch führen (E-Akte).

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