Bau der umstrittenen Zwölf-Millionen-Brücke über die B 54 entzweit die Politik

dzBrücke am Rombergpark

Mehr als 12 Millionen Euro soll die umstrittene Brücke über die Bundesstraße 54 am Rombergpark nun kosten. Der Baustart wurde immer wieder verschoben, Geld vom Land gibt es nicht mehr. Und nun?

Dortmund

, 27.06.2019, 12:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Entwurf für die Doppelbrücke, die vom Phoenix-West-Gelände über die Nortkirchenstraße und die B54 zum Botanischen Garten Rombergpark führen soll, steht seit Jahren. Die Organisation rund um den Bau der Rad- und Fußgängerüberführung muss aber völlig neu organisiert werden.

Ursprünglich hätte es Geld vom Land geben sollen. Doch die Zeit für die Förderung ist abgelaufen. Wegen immer neuer Bauprobleme und eines viel zu teuren Ausschreibungsergebnisses, war der Baustart für die Brücke immer wieder verschoben worden.

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Die Folge: Jetzt muss die Stadt den Bau vom bisherigen Träger NRW.Urban übernehmen und die Fördermittel beim Land neu beantragen. Vor allem aber sind die Kosten für das Bauwerk verglichen mit der ursprünglichen Kalkulation um das Dreifache gestiegen. Auf 12,1 Millionen Euro wird das Vorhaben in der neuesten Vorlage der Verwaltung für die Politik inzwischen taxiert.

In der Politik stößt das naturgemäß auf wenig Begeisterung, wie die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung im Rathaus am Mittwoch zeigte.

Birgit Niedergethmann vom Stadtplanungsamt erläuterte das Vorhaben. Besonderen Fokus legte sie auf die bessere Anbindung der Firmen auf Phoenix-West an die Stadtbahnstation Rombergpark, die mit der Brücke direkt erreicht wird. Es soll auch einen Aufgang vom Wilo-Campus geben, um Mitarbeitern des Pumpenherstellesn einen kurzen Weg zur Stadtbahn-Station zu ermöglichen – bezahlt von Wilo.

Bau der umstrittenen Zwölf-Millionen-Brücke über die B 54 entzweit die Politik

Von dem „Landschaftskeil“ auf dem Phoenix-West-Gelände soll die Brücke über Nortkirchenstraße und B54 zum Botanischen Garten Rombergpark führen. © Stephan Schüze

In der Diskussion ging es aber vor allem um die Gesamtkosten. „Meine Fraktion hat große Bauchschmerzen bei der enormen Kostensteigerung. Und wir haben noch keine Förderzusage des Landes“, erklärte CDU-Sprecher Uwe Waßmann. Kosten von mehr als 12 Millionen Euro für eine Brücke zu vermitteln, sei nicht ganz leicht.

Komplexe Bauwerke

Tiefbauamts-Leiterin Sylvia Uehlendahl erläuterte, wie es zu der Kostensteigerung auf jetzt 12,1 Millionen Euro gekommen sei. Es seien zwei sehr komplexe Brückenbauwerke und ein Erdbauwerk. Die Aufzüge zur Stadtbahnanlage seien nicht in den Kosten erhalten gewesen. Das sei nun anders. Dazu komme die sehr aufwendige Rampenanlage zu den Romberghöfen, dem Gastronomie- und Büro-Projekt auf dem Gelände des früheren Betriebshofs im Norden des Rombergparks.

Nicht zuletzt hebe die Situation in der Bauwirtschaft die Preise „massiv nach oben“, sagte Uehlendahl. Die 12 Millionen seien eine ehrliche Einschätzung der Situation. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das Ausschreibungsergebnis günstiger ausfalle. Der Rat solle auch noch nicht endgültig über den Bau der Brücke entscheiden. Es gehe zunächst darum, neue Fördermittel beim Land zu beantragen.

Noch Beratungsbedarf

Uwe Waßmann reichte das nicht aus. Er forderte weitere Informationen zu den Kosten. Und auch die Grünen haben noch Beratungsbedarf. Eine Entscheidung könnte dann frühestens im Rat am 4. Juli fallen. Bis dahin muss die Verwaltung noch Überzeugungsarbeit in den Ratsfraktionen leisten. Denn uneingeschränkte Zustimmung zu dem Millionen-Projekt gibt es bislang nur von der SPD.

SPD-Ratsfrau Carla Neumann-Lieven sah vor allem den Nutzen der Verbindung zwischen Phoenix-West und Rombergpark. „Hier tun wir etwas für Radfahrer und Fußgänger“, stellte sie fest. Das sei durchaus zu rechtfertigen, wenn man bedenke, was man in den Autoverkehr stecke. „Im Grundsatz finden wir die Brücke eine tolle Idee“, sagte Neumann-Lieven. „Es wäre gut, wenn wir das irgendwie hinkriegen.“

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