Bald gibt es in Dortmund mehr Plätze für Frauen in akuter Not

Im Frauenhaus

Das Dortmunder Frauenhaus bekommt mehr Geld vom Land und kann mehr Plätze schaffen. Das hilft, die bisher herrschende Platznot zu lindern.

Dortmund

, 12.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Man sieht überwiegend Rot, wenn man auf die Internet-Seite der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser klickt. Rot bedeutet „Keine freien Plätze“. Und das gilt meist auch für das Dortmunder Frauenhaus, das landesweit eine der größten Einrichtungen für Frauen ist, die vor häuslicher Gewalt flüchten.

Doch jetzt zeichnet sich zumindest etwas Entspannung ab. „Wir haben die Zusage des Landes über zusätzliche Fördermittel und werden im nächsten Jahr zusätzliche Plätze für Frauen und Kinder einrichten können“, berichtet Eva Grupe vom Vorstand des Trägervereins „Frauen helfen Frauen“.

Aktuell kann das Frauenhaus je 13 Plätze für Frauen und Kinder bieten, ab 1. April werden es jeweils drei mehr sein – also 16 Plätze für Frauen und 16 für Kinder. Die Hoffnung ist, dass dann die Zahl der Frauen, die trotz Notlage mangels freier Plätze abgewiesen werden müssen, sinkt. Das Problem besteht schon seit Jahren. 2016 musste das Frauenhaus 320, 2017 sogar 474 Anfragen ablehnen.

Schnellere Vermittlung in eigene Wohnungen

Aktuelle Zahlen für dieses Jahr gibt es noch nicht. Immerhin geht Grupe davon aus, dass die Zahlen leicht rückläufig sind. Denn es sei zuletzt gelungen, die Frauen schneller in eigene Wohnungen zu vermitteln. Damit werden die begehrten Plätze schneller frei. Im Durchschnitt halten sich die Frauen, viele davon mit Kindern, drei bis vier Monate im Frauenhaus auf. In Einzelfällen können es auch bis zu sechs Monate werden.

NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach hatte schon im Oktober angekündigt, die Zahl der geförderten Plätze in den Frauenhäusern bis zum Jahr 2022 landesweit um 50 zu erhöhen und die Finanzierung sicherzustellen.

Zur abgeschlossenen Vereinbarung mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Frauenhäuser gehört auch das Ziel, die Langzeitaufenthalte in den Frauenhäusern zu reduzieren. „Die Gründe für einen längeren Aufenthalt sind hierbei differenziert zu betrachten. Der akute Schutz vor Gewalt hat höchste Priorität in der Arbeit der Frauenhäuser, unabhängig von der Aufenthaltsdauer“, sagte Scharrenbach.

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