Bald drei leere Kaufhäuser: „Sehe keinen, der die Lücke füllen kann“

dzSchließungen von Karstadt Kaufhof

Neben den Kaufhäusern von Karstadt Kaufhof soll auch die Filiale von Karstadt Sports in Dortmund geschlossen werden. Für Vertreter der Wirtschaft eine Entscheidung mit schweren Folgen.

Dortmund

, 22.06.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht von der bevorstehenden Schließung der beiden Kaufhäuser Karstadt und Galeria Kaufhof in Dortmund war noch nicht ganz verhallt, da gab es schon den nächsten Rückschlag: Auch die Filiale der Firmentochter Karstadt Sports soll für immer ihre Türen schließen.

„Das ist in kürzester Zeit eine weitere Hiobsbotschaft“, betont Ulf Wollrath, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund. Er habe erst am Montagmorgen (22.6.) aus der Zeitung von diesem Vorhaben erfahren.

Publikumsmagnet fällt weg

„Damit würden zusätzlich zu den 33.000 Quadratmetern Verkaufsfläche von Karstadt und Kaufhof weitere 6300 Quadratmeter wegfallen. Das ist ein schwerer Rückschlag für Dortmund als Handelsstandort im Ruhrgebiet“, sagt Wollrath. Ein solch radikaler Einbruch könne nicht einfach kompensiert werden.

Auch für die kleineren Geschäfte hätte eine Schließung der drei Häuser schwerwiegende Folgen, so der IHK-Geschäftsführer: „Die großen Warenhäuser sind Publikumsmagneten und wenn diese wegfallen, fehlt natürlich auch den anliegenden Geschäften die Kundschaft.“ Zudem sei gerade die Schließung von Karstadt Sports extrem bedauerlich, da es sich bei der Filiale am Hansaplatz um eine fast neuwertige Immobilie handele.

„Da müssen auch andere Überlegungen eine Rolle spielen“

Etwas weniger überraschend kam die Nachricht für Thomas Schäfer, den Geschäftsführer des Handelsverbandes Westfalen-Münsterland. „Dass nach Karstadt und Galeria Kaufhof auch die Filiale von Karstadt Sports geschlossen werden soll, lag eigentlich auf der Hand. Alles andere wäre auch nicht sinnvoll. Wobei ich mir nach wie vor nicht erklären kann, welche Strategie hinter den Vorgängen steckt.“

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So fehlt Schäfer zufolge bei der Betrachtung der geplanten Schließungen ein roter Faden. Er könne nicht verstehen, so Schäfer, wieso in Dortmund gleich alle drei Häuser geschlossen werden sollen. „Da müssen auch andere Überlegungen eine Rolle spielen. Anders kann ich mir es nicht erklären.“

Zukünftige Nutzung bleibt vorerst ungewiss

Fassungslosigkeit herrscht auch beim Cityring-Vorsitzenden Dirk Rutenhofer: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Stadt Dortmund einfach so ausbluten lassen kann. Aber bisher ist auch noch nichts endgültig, deshalb sind meine Gedanken jetzt ohnehin erst einmal bei den Angestellten.“

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Erst wenn es tatsächlich eine unumstößliche Entscheidung gebe, könne man sich konkrete Gedanken um die Zukunft machen.

Aber wie geht es nun weiter? „Das muss man abwarten. Die mögliche Nachnutzung zu organisieren, wird ein schwieriger Prozess. Ich sehe in der aktuellen Situation kein Unternehmen am Markt, das diese Lücke ohne Weiteres füllen könnte“, unterstreicht Wollrath.

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