Auto, Rad, Bus oder zu Fuß: Stadt Dortmund befragt Bürger zu ihrem Mobilitätsverhalten

Verkehrsplanung

Rund 37.600 Dortmunder Haushalte bekommen demnächst Post von der Stadt. Die Bewohner sollen erklären, wie und wann sie sich fortbewegen. Die Daten sind wichtig für die Verkehrsplanung.

Dortmund

, 28.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Auto, Rad, Bus oder zu Fuß: Stadt Dortmund befragt Bürger zu ihrem Mobilitätsverhalten

Die ersten Fragebögen zur Mobilitätsbefragung der Stadt gehen am 3. April an ausgewählte Haushalte raus. © Gaby Kolle

Die ersten von rund 37.600 Dortmunder Haushalten bekommen am 3. April Post von der Stadt. Adressaten sind Personen ab 16 Jahren. Im Briefumschlag steckt unter anderem ein Fragebogen. Wer ihn ausfüllt, helfe dabei, die Verkehrsplanung der nächsten Jahre in Dortmund bedarfs- und umweltgerecht zu gestalten, wirbt Winfried Sagolla, Bereichsleiter beim Stadtplanungsamt, für die Teilnahme.

Je mehr angeschriebene Haushalte den Fragebogen beantworten und ihre Verkehrswege aufschreiben, die sie an einem Tag zurückgelegt haben, desto besser kann die Stadt das individuelle Verkehrsverhalten in ihrer Planung berücksichtigen.

Wegeprotokoll ist das Kernstück

Die Befragung bestehe aus drei Teilen, erläuterten am Donnerstag Andreas Meißner und Dr. Kathrin Konrad vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt. Gefragt werde unter anderem nach der Zahl der Personen und Fahrzeuge im Haushalt sowie dem Besitz von Fahrkarten, nach dem Ausbildungsstand der Bewohner, der Entfernung zur nächsten Bus- und Bahnhaltestelle und nach Einschätzung des Radverkehrs in Dortmund. Kernstück der Befragung ist ein Wegeprotokoll für einen bestimmten Stichtag, immer ein Werktag. Meißner: „Wir wollen wissen, von wo nach wo, mit welchem Verkehrsmittel, zu welchem Zweck und zu welcher Zeit man unterwegs war.“

Es gibt drei Wege, den Fragebogen auszufüllen. Direkt auf Papier, telefonisch (es wird niemand ungefragt angerufen) oder online mit einem individualisierten Zugangscode. Die Online-Version ist recht komfortabel und zeitsparend auch für das Ingenieurbüro, das mit der Befragung beauftragt wurde. Wegen des geringeren Arbeitsaufwandes, den das Ingenieurbüro bei Online-Angaben hat, zahlt es auf Wunsch eine Aufwandsentschädigung von 4,35 Euro.

Per Zufallsverfahren ausgesucht

Die Stadt hat die Haushalte – nach Stadtbezirken aufgeteilt – per Zufallsverfahren aus dem Einwohnermelderegister gezogen. Sie rechnet mit einem Rücklauf von mindestens 20 Prozent. „Das ist immer noch repräsentativ“, so Meissner. Die Teilnahme ist freiwillig, doch auch wenn jemand nur selten oder gar nicht das Haus verlasse, nur kurze Wege zurücklege oder kein Auto habe, sei es wichtig, dass man den Fragebogen ausfülle, so Dr. Konrad.

Damit die Kriterien der Repräsentativität erfüllt sind, dürfen nur die ausgewählten Adressaten an der Befragung teilnehmen. Die Antworten bleiben anonym. „Alle Vorschriften des Datenschutzes werden eingehalten“, versichert Andreas Meißner. Damit möglichst viele Angeschriebene antworten, werden die wichtigsten Fragen auch in Englisch, Französisch, Türkisch, Polnisch und Russisch bereitgestellt.

Letzte Befragung aus dem Jahr 2013

Die Unterlagen zu der Befragung werden in drei Wellen in einem Zeitraum über sieben Wochen verschickt. Die ersten Briefe gehen Ende nächster Woche raus, weitere am 8. und am 15. Mai. Die Befragung endet am 24. Mai 2019.

Die Leitlinien für die zukunftsgerichtete Verkehrsplanung werden aktuell im breit angelegten politischen Diskurs zum Masterplan Mobilität 2030 erarbeitet. Dazu werden die Daten aus der Befragung benötigt. Zuletzt hat die Stadt die Verkehrsmittelnutzung (Modal Split) und das Verkehrsverhalten der Dortmunder in den Jahren 2005 und 2013 erhoben.

Ergebnisse aus dem Jahr 2013 waren unter anderem die Erkenntnis, dass über die ganze Stadt gesehen nicht – wie immer wieder kolportiert – zu den meisten Haushalten mehr als ein Auto gehört. Winfried Sagolla: „Es war genau ein PKW pro Haushalt.“ Neu im Fragebogen ist die Frage nach Carsharing und E-Fahrzeugen. Für die Radfahrbedingungen in Dortmund erhielt die Stadt in 2013 übrigens die Schulnote 3,2.

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