Ausbau des Umladebahnhofs verschiebt sich: Asphaltwerk hängt am Nachbarstandort fest

dzHafen Dortmund

Mit großen Pomp wurde im Februar 2016 der Verladebahnhof an der Franz-Schlüter-Straße am Hafen eröffnet – und für 2018 schon der Ausbau angepeilt. Doch der verzögert sich nun.

Deusen

, 18.10.2018, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bau des Umladebahnhofs, auch Anlage für den Kombinierten Verkehr (KV) genannt, war notwendig geworden, weil die Kapazitäten des Containerterminals (CTD) am Hafen erschöpft waren.

Seit der Inbetriebnahme 2016 bieten sich für Kunden wie Ikea, Tedi oder Kik Möglichkeiten, ihre Warentransporte auch über den neuen Verladebahnhof abzuwickeln, auf dem Güter vom Lkw auf die Schiene umgeschlagen werden. Und umgekehrt. Schon bei der Eröffnung war klar, dass es bei einem Verladekran nicht bleiben kann.

Der zweite Kran wird montiert

Hintergrund: Ist nur ein Kran im Einsatz, geht durch die Längsfahrten auf der 700 Meter langen Schienenstrecke Zeit verloren. „Das schmälert die Umschlagsleistung“, weiß Projektmanagerin Kristina Rummeld von den Dortmunder Stadtwerken (DSW) als Eigentümerin des Umladebahnhofs. Im Dezember 2017 wurde der Auftrag an die österreichische Kranbaufirma Künz vergeben – und die hat nun geliefert: Vor wenigen Tagen sind die Teile des zweiten Krans per Schwertransporter an der Franz-Schlüter-Straße eingetroffen.

Ausbau des Umladebahnhofs verschiebt sich: Asphaltwerk hängt am Nachbarstandort fest

In Betrieb genommen, erreicht der Kran eine Höhe von mehr als 20 Metern. Er trägt dazu bei, den Umschlag auf dem Verladebahnhof zu erhöhen. © Gregor Beushausen

Dort wird der mehr als 20 Meter hohe Verladekran nun montiert und betriebsbereit gemacht. Ende des Jahres soll es soweit sein. Dadurch würden die Kapazitäten des Umladebahnhofs von 60.000 auf gut 100.000 Ladeeinheiten pro Jahr erhöht, sagt Rummeld. Nicht erhöht haben sich die Kosten: Die vom Eisenbahnbundesamt bewilligten Fördergelder von insgesamt 18,6 Millionen Euro für den Bau der gesamten KV-Anlage werden nicht überschritten.

Mietvertrag für Mischwerk bis März verlängert

Die geplante Erweiterung des Umladebahnhofs auf das Nachbargrundstück allerdings lässt auf sich warten. Eigentlich sollte das ansässige Asphaltmischwerk die Fläche längst frei gezogen haben. Der Mietvertrag ist im Mai ausgelaufen. Das Containerterminal, Betreiber des Verladebahnhofs, benötigt das Grundstück als Depotfläche für Container und will die Kapazitäten der KV-Anlage auf 150.000 Ladeeinheiten hochfahren.

Ausbau des Umladebahnhofs verschiebt sich: Asphaltwerk hängt am Nachbarstandort fest

Ursprünglich sollte das Asphaltmischwerk das Grundstück seit Mai 2018 für die Erweiterung des benachbarten Umladebahnhofs geräumt haben. © Gregor Beushausen

Beim Containerterminal muss man sich erst einmal gedulden: Der Mietvertrag für das Asphaltmischwerk ist notgedrungen bis März 2019 verlängert worden. Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass es wohl noch länger dauern wird. „Ich gehe davon aus, dass wir nicht vor Herbst 2019 bauen können“, sagt Rummeld.

Grund: Das von Deutag bereits gekaufte, drei Hektar große Ersatzgrundstück an der Ecke Huckarder Straße/Königsbergstraße kommt aus Sicht der Stadt nicht mehr als Standort für ein Asphaltmischwerk infrage. Die Stadt hatte dort im Nachhinein eine „Veränderungssperre“ erlassen, das die Verlagerung unmöglich macht.

Neuer Standort an der Westfalenhütte?

Hintergrund: Das Grundstück liegt in enger Nachbarschaft zur früheren Produktionsfläche von Hoesch Spundwand. Weil das Gelände unter anderem mit Wohnungen, Gewerbe und Grünzügen versehen werden soll, sei für ein Asphaltmischwerk, von dem Staub, Lärm und Gerüche ausgehen könnten, kein Platz. Seitdem suchen Deutag und die Wirtschaftsförderer einen Alternativ-Standort. „Wir haben uns auch in Nachbarstädten umgesehen, aber nichts Passendes gefunden“, sagt Deutag-Niederlassungsleiter Jörg Rasch.

Möglicherweise zeichnet sich nun doch eine Lösung für den Verbleib in Dortmund ab. Wie die Wirtschaftsförderer bestätigen, sei „unter anderem eine Fläche im Bereich der früheren Westfalenhütte im Gespräch.“ Wo genau, lassen die Wirtschaftsförderer offen. Das seien Verhandlungen zwischen Privaten. Deutag-Manager Rasch jedenfalls ist hoffnungsvoll. „Wir möchten das ganze Projekt 2019 abschließen.“ Beim Containerterminal wartet man darauf.

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