Auf Raser-Jagd: Polizei beschlagnahmt Autos und kassiert Führerscheine

Große Kontrollaktion

Brüllende Motoren, illegale Anbauten und gefährlicher Geschwindigkeitsrausch: Raser sorgen in Dortmund immer wieder für Ärger. Am Wochenende hat die Polizei durchgegriffen.

von Ines Maria Eckermann

Dortmund

, 28.10.2019, 13:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf Raser-Jagd: Polizei beschlagnahmt Autos und kassiert Führerscheine

Die Raser- und Tuning-Szene trifft sich regelmäßig in Dortmund, um sich illegale Rennen zu bieten. © picture alliance/dpa

Die Szene ist schnell und kennt keine Rücksicht: Tuner und Raser treffen sich immer wieder, um ihre Autos auf Dortmunds Straßen gegeneinander antreten zu lassen. Den Anwohnern und der Polizei sind die Autonarren längst ein Dorn im Auge. Freitagabend (25.10.) und in der Nacht auf Samstag hielten die Beamten deshalb 120 Autos an und kontrollieren 132 Personen.

Die Bilanz der Kontrollen

Einige Beispiele: An der Brackeler Straße hat die Polizei einen 26-jährigen Dortmunder mit 130 statt der erlaubten 50 km/h erwischt. Über die Leopoldstraße und den Burgwall bretterten ein 22-Jähriger und ein 19-Jähriger mit je 91 km/h durch die 50er-Zone. Und an der Märkischen Straße gab ein 35-Jähriger mit 86 km/h richtig Gas, statt sich an die 50 km/h-Begrenzung zu halten.

Das Ergebnis der Kontroll-Aktion: Ein 18-Jähriger und ein 29-Jähriger sind ihren Führerschein los, da sie sich auf dem Wallring vor den Augen der Polizei ein Rennen lieferten. Zwar versuchten die beiden Geschwindigkeitsjunkies auf die Polizisten einzureden und sie mit vermeintlich guten Argumenten von der Beschlagnahmung abzuhalten, dennoch mussten sie auch ihre Autos an die Polizei übergeben.

Wenig später kam es zu einem weiteren Rennen, bei dem die Polizei den Golf GTI des Beifahrers sicherstellte und den Führerschein des 19-jährigen Fahrers konfiszierte.

Anzeige wegen Ruhestörung

Doch auch wer nicht zu schnell, dafür aber zu laut war, bekam am Wochenende Schwierigkeiten mit der Polizei: Nachdem sich einige Anwohner über die übermäßig aufgedrehte Auto-Musikanlage beschwert hatten, erhielt ein junger Mann eine Anzeige wegen Ruhestörung, andere motorisierte Musikliebhaber erhielten einen Platzverweis.

Die Autos und Führerscheine von Rasern und Ruhestörern sind in Dortmund generell in Gefahr, denn die Polizei nimmt die Beschwerden von Anwohnern sehr ernst. Auch in Zukunft wird sie alle Rechtsmittel ausschöpfen, um gegen den von Rasern verursachten Lärm und gegen Unfallgefahren vorzugehen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Immer wieder Ärger mit Rasern

In den vergangenen Wochen und Monaten hat die Polizei immer wieder kontrolliert und zahlreiche Führerscheine beschlagnahmt. Dennoch scheinen die Raser oft keine Grenzen zu kennen - und keine Geschwindigkeitslimits. Erst vor zwei Monaten erwischte die Polizei einen Fahranfänger dabei, wie er satte 130 Km/h zu schnell unterwegs war.

Eine abschreckende Wirkung der Kontrollen lässt sich derzeit nicht erkennen. Viele der jungen Männer reise für die illegalen Rennen auch aus den umliegenden Städten an, um sich auf Dortmunds Straßen ein Rennen zu liefern. Das zeigte sich auch wieder bei den Kontrollen am vergangenen Wochenende.

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