Auch Dortmunder Dieselfahrer können Umtauschprämien nutzen

Diesel-Problematik

Dortmund wird vom Bundesverkehrsministerium als „Landkreis von Nachbar Bochum“ betrachtet. Davon profitieren Dieselfahrer, die ihr Fahrzeug tauschen oder nachrüsten lassen wollen.

Dortmund

, 19.12.2018 / Lesedauer: 2 min
Auch Dortmunder Dieselfahrer können Umtauschprämien nutzen

In der Diskussion um Belastungen durch Diesel-Abgase sollen auch Dortmunder Autofahrer von der Prämienregelung profitieren. © picture alliance / Patrick Pleul

Dortmund ist „als Landkreis von Bochum zu betrachten“. Diese Erkenntnis hat die Stadtverwaltung schriftlich – vom Bundesverkehrsministerium. Der Hinweis ist skurril, aber durchaus hilfreich. Denn er bedeutet, dass auch Fahrer von Diesel-Pkw in Dortmund Umtauschprämien und Hardware-Nachrüstungen für ihre Fahrzeuge in Anspruch nehmen können. Allerdings bleiben dabei noch viele Fragen offen.

Hintergrund ist, dass die Nachbarstadt Bochum zu den 15 Städten in Deutschland gehört, in denen die Belastung mit Stickstoffdioxid besonders hoch ist und damit Einschränkungen für Dieselfahrzeuge drohen. Deshalb hatte die Bundesregierung nach Vereinbarung mit der Automobilindustrie Anfang Oktober ein Konzept beschlossen, nach dem Dieselfahrer in den 15 Städten Umtauschprämien, Rabatte, Leasingangebote oder Angebote zu technischen Nachrüstungen der Fahrzeuge in Anspruch nehmen können. Diese Regelung soll auch für die angrenzenden Landkreise der betroffenen Städte gelten, teilte das Bundesverkehrsministerium mit.

Stadt fragte in Berlin nach

Dass es auch Städte gibt, die keine Landkreise, sondern weitere kreisfreie Städte als Nachbarn haben, war im Verkehrsministerium unter bayrischer Leitung offenbar nicht bekannt. Doch nach der Teilnahme von Oberbürgermeister Ullrich Sierau am letzten Dieselgipfel der Bundesregierung in Berlin beließ es die Stadtspitze nicht beim Kopfschütteln, sondern fragte nach, ob Dortmund als Nachbarstadt von Bochum ebenfalls Teil dieser Regelung ist. Das ist der Fall, wie das Verkehrsministerium nun schriftlich mitteilte – auch wenn Dortmund formal kein Landkreis ist.

Trotzdem bleiben noch viele Fragen offen – auch für die betroffenen Autohändler. Etwa die, ob die Regelung von allen Dieselfahrern in Dortmund oder nur von Pendlern, die regelmäßig nach Bochum fahren, in Anspruch genommen werden kann. Vom Bundesverkehrsministerium gab es dazu am Dienstag auf unsere Nachfrage keine Antwort. Offen ist auch, ob sich außer den deutschen Autoherstellern auch ausländische Hersteller an der Aktion beteiligen und welche technischen Nachrüstmöglichkeiten es überhaupt gibt.

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