Attacke auf Stadtmitarbeiter – was die Foto-Fahndung bisher gebracht hat

dzKörperverletzung

Es war ein brutaler Angriff von Maskenverweigerern auf einen Stadtmitarbeiter vor vier Wochen in einer Stadtbahnhaltestelle in der Nordstadt. So geht es dem schwer verletzten Opfer heute.

Dortmund

, 21.10.2020, 19:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war am 22. September gegen 20.50 Uhr im unteren Bereich der Stadtbahnhaltestelle Brunnenstraße in der Nordstadt: Drei Männer traten und schlugen einen Mitarbeiter des städtischen Service- und Präsenzdienstes krankenhausreif.

Sie schlugen ihm laut Polizei mehrfach eine Bierflasche auf den Kopf und ließen auch nicht von ihrem Opfer ab, als es schon am Boden lag. Erst als Zeugen die Polizei verständigten, flüchteten die Männer.

Vier Wochen nach dieser brutalen Attacke veröffentlichte die Polizei am Dienstag, (20. Oktober) ein Fahndungsfoto, auf dem die Tatverdächtigen gut zu sehen sind. Dennoch erreichte die Polizei einen Tag später nur ein Hinweis, der aber zu keinem Ergebnis geführt habe, sagte Polizeisprecherin Nina Kupferschmidt.

So einen Angriff gab es noch nie

Die Service- und Präsenzdienste des Ordnungsamtes sind neben der Polizei in den Anlagen von DSW21 für die Sanktionierung bei Verstößen gegen die Corona-Auflagen zuständig. Solch einen brutalen Angriff habe es bisher noch nie gegeben, teilt Stadtsprecher Christian Schön auf Anfrage mit. Der Mitarbeiter sei physisch wieder auf dem Damm, aber weiter arbeitsunfähig/krankgeschrieben.

Diese drei Männer sollen einen Stadtmitarbeiter krankenhausreif geprügelt haben.

Diese drei Männer sollen einen Stadtmitarbeiter krankenhausreif geprügelt haben. © Polizei Dortmund

Heike Tasillo, stellvertretende Leiterin des Dortmunder Ordnungsamtes, hat klare Worte für die Attacke: „Einen Angriff auf einen oder eine unserer Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen verurteilt die Stadt Dortmund auf das Schärfste.“ Die städtischen Mitarbeiter, insbesondere diejenigen, die oft im Außeneinsatz unterwegs seien, würden im Umgang mit aggressiv auftretenden Bürgern geschult.

„Gegen solche Brutalität keine Chance“

„Aber gegen eine solche Brutalität hat man vermutlich kaum eine Chance. Da kommen Sie auch mit Strategien zur Deeskalation nicht mehr weiter“, sagt Tassilo. Glücklicherweise gehöre ein derartiges Verhalten nicht zum Alltag.

„Unserem Mitarbeiter geht es nach den vier Wochen, die seitdem vergangen sind, den Umständen entsprechend wieder gut.“ Sie hoffe, dass die Öffentlichkeitsfahndung mithilfe der Fotos von der Überwachungskamera zum Erfolg führe, sagt Tassilo. „Wir hoffen, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.“

Auch bei DSW21 würden alle Kräfte im Präsenzdienst, Sicherheitskräfte und Kontrolleure jährlich mit Blick auf Deeskalation geschult, sagt Unternehmenssprecher Frank Fligge. Sie lernten so zu erkennen, wann es brenzlig werden könnte. Außerdem seien sie nie allein unterwegs, immer zu zweit oder dritt.

In der Regel gehen auch die Mitarbeiter der Service- und Präsenzdienste immer zu zweit. Wie das in oben genanntem Fall war, ließ sich am Mittwoch nicht klären.

Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können, sollen sich bei der Kriminalwache unter der Telefonnummer 0231 132 7441 melden.

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