Anna muss an ihrem Geburtstag, Weihnachten und Silvester allein in Quarantäne bleiben. © privat
Corona-Pandemie

Anna S. ist die vielleicht einsamste Dortmunderin an den Feiertagen

Ein positiver Corona-Test hat drei festliche Anlässe für Anna ruiniert. An Weihnachten, an ihrem Geburtstag und an Silvester ist die Dortmunderin alleine. So geht sie mit der Isolation um.

„Ich habe direkt angefangen zu weinen“, erinnert sich die 23-Jährige Anna S. an den Moment, als sich beide Balken auf ihrem Corona-Schnelltest einfärbten.

Den positiven Bescheid hat die Dortmunderin am 20. Dezember bekommen, in die 14 Tage andauernde Quarantäne fallen somit gleich mehrere Feierlichkeiten. Für sie bedeutete das Ergebnis nicht nur, dass ihr eine gefährliche Krankheit attestiert wurde, sondern auch, dass sie ihren Geburtstag, Weihnachten und Silvester ganz alleine verbringen muss.

Vermutlich hat sich die 23-Jährige bei ihrer Mutter angesteckt. Obwohl sie es sich nicht genau erklären kann, denn zwischen dem positiven Testergebnis ihrer Mutter und ihrem eigenen lagen elf Tage. An den meisten dieser Tage musste sich Anna aus Berufsgründen zudem einem Schnelltest unterziehen, von denen alle negativ ausfielen – bis zu dem Test am 20. Dezember.

„Man denkt ja immer: Nicht ich, nicht ich und dann… Es war der totale Schock“, erinnert sich Anna. „Ich bin direkt in Tränen ausgebrochen“, noch während sich die Balken färbten sei ihr klar geworden: Sie werde keine Festtage haben, „das wars jetzt“.

Isolation ist das größte Problem

Zu sehr beklagen wolle sie sich allerdings auch nicht, denn bisher habe sie nur leichte Symptome: „Einen kratzigen Hals und Appetitlosigkeit“ – ihr sei bewusst, dass es andere deutlich schlimmer getroffen habe und sie sei dankbar, dass die Krankheit bis jetzt einen so harmlosen Verlaufen genommen habe.

Deswegen ist für Anna das größere Problem auch nicht die Erkrankung an sich, sondern „diese Isolation“. Sie sagt: „Ich fühle mich hier komplett alleine.“ Ganz alleine ist sie allerdings nicht, denn die 23-Jährige versucht das Bestmögliche aus der Situation zu machen.

Mit „viel Facetime“ hat sie ihren Geburtstag am 23. Dezember verbracht. Ihre beste Freundin habe direkt um 0 Uhr angerufen und habe versprochen tagsüber „ein Sektchen vor die Tür zu stellen“.

Ohnehin hatte sie gar nicht damit gerechnet, ihren Geburtstag groß zu feiern, sagt Anna. Denn wegen der Pandemie habe sie stets versucht, so wenig Menschen wie möglich zu treffen.

Weihnachten mit der Familie fehlt am meisten

Schwerer fällt es ihr da schon, an Weihnachten nicht wirklich feiern zu können. Das wichtigste am Fest sei ihr nämlich bei der Familie zu sein: „Wir sehen uns jetzt alle nicht so oft im Jahr, da sind Ostern und Weihnachten schon die Schlüsseltage.“

Seitdem sie denken kann, erzählt Anna, sei sie zusammen mit ihrem Vater zu ihrem Onkel gefahren, „da gibt es immer so richtig leckeres Essen und man kann sich schön vollstopfen und Zeit mit der Familie verbringen“. Dieses Jahr wird sie an dem Familientreffen aber nur digital teilnehmen können.

Vielleicht „das ein oder andere Feuerwerk“ sehen

Vielleicht, so oft hofft sie, werde ihr Onkel ihr etwas von dem Festtagsschmaus vor die Tür stellen. Auf Geschenke werde sie wohl vorerst verzichten müssen. Und auch bei ihr „lagern die Geschenke zu Hause rum“, die wolle sie allerdings nicht vor die Tür stellen und abholen lassen, sondern im neuen Jahr persönlich übergeben.

Den Jahreswechsel muss sie bis dahin dann aber auch noch alleine überstehen – „auf meinem Balkon wahrscheinlich“. Von dort hat Anna eine schöne Aussicht über ein paar Dächer hinweg. Sie hofft, dass sie trotz des Böllerverbots, vielleicht „das ein oder andere Feuerwerk“ wird sehen können.

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