„Ich habe den Teufel gesehen“: Psychisch Kranker soll Mitpatienten fast erstickt haben

dzMarienhospital Hombruch

Getrieben von religiösen Wahnvorstellungen soll ein psychisch kranker Patient im Marienhospital Hombruch einen Mitpatienten fast getötet haben. Was er erzählt, klingt wie aus einem Horrorfilm.

Dortmund

, 09.01.2020, 18:14 Uhr / Lesedauer: 1 min

Weil ein psychisch Kranker einen Mitpatienten im Marienhospital in Dortmund-Hombruch fast erstickt haben soll, muss er sich jetzt vor Gericht verantworten. Das Schwurgericht muss die Frage beantworten, ob der Beschuldigte auf unbestimmte Zeit in einem geschlossenen Krankenhaus untergebracht werden muss, um die Allgemeinheit zu schützen.

Klassisch bestraft werden kann der 31-Jährige wohl auf keinen Fall. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er zur Tatzeit als schuldunfähig eingestuft werden muss.

Der Vorfall ereignete sich am 5. Juli. Der Beschuldigte war zusammen mit einem 86 Jahre alten Rentner in einem Beobachtungszimmer untergebracht, das direkt vom Dienstzimmer der Pflegekräfte eingesehen werden kann.

Eine Angestellte sah plötzlich durch die Scheibe, wie der Beschuldigte ein Kissen nahm und es dem im Bett liegenden Senior fest auf das Gesicht drückte. „Ich bin sofort losgelaufen. Zum Glück kam ich noch rechtzeitig“, sagte die Frau als Zeugin.

Rentner überlebt Attacke nur mit Glück

Der 31-Jährige soll später erklärt haben, er habe in dem alten Mann den Teufel gesehen. Seit Jahren soll er an schweren Wahnvorstellungen leiden, die immer wieder religiöse Motive aufweisen. Auch seine Familie soll mit der Betreuung des bulligen Mannes zeitweise überfordert gewesen sein.

Der Rentner hat die Attacke im Krankenzimmer zum Glück überlebt. „So etwas habe ich ja noch nie erlebt“, soll er nach seiner Rettung angemerkt haben. „Er stand trotzdem ziemlich unter Schock“, so die Zeugin.

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