Angeklagter hatte Vergewaltigungs-Utensilien im Rucksack

dzSexualstraftaten

Einem 57-jährigen Dortmunder wird Belästigung seiner Ex-Partnerin vorgeworfen. Nun wurde bekannt: Der Mann ist vorbestraft und hatte Gegenstände für eine mögliche Vergewaltigung dabei.

Dortmund

, 22.10.2018, 17:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brisante Enthüllungen im Prozess gegen einen Maurer aus der Nordtstadt, der seine Ex-Partnerin sexuell belästigt haben soll: Am zweiten Verhandlungstag vor dem Dortmunder Landgericht wurde nicht nur bekannt, dass der Angeklagte ein vorbestrafter Vergewaltiger ist und deswegen neun Jahre und einen Monat im Gefängnis gesessen hat. Der Inhalt eines kurz vor der Festnahme bei dem Angeklagten entdeckten Rucksacks, lässt zudem Gedanken an ein möglicherweise im April 2018 unmittelbar bevorstehendes Sexualverbrechen aufkommen. Unter anderem befanden sich darin: eine Gaspistole, eine Rolle Panzerklebeband, Kabelbinder, Spanngurte, Plüschfesseln, eine Negligé, ein Bikini-Oberteil und Viagra-Tabletten.
Hatte der 57-Jährige womöglich geplant, seine langjährige Partnerin nach der Trennung zu fesseln und zu vergewaltigen? Der Angeklagte konterte die Gedankenspiele vom Richterpult ("Angesichts der früheren Verurteilung, macht man sich schon Gedanken") mit ruhiger Stimme. Er habe niemals vorgehabt, seiner Ex-Partnerin etwas anzutun. "Dafür ist sie eine viel zu gute Seele", sagte er.

Angeklagter: "Kabelbinder waren zum Anbinden von Kletterrosen"

Für nahezu jedes einzelne Beweisstück aus dem Rucksack hatte der 57-Jährige eine Erklärung parat. Zum Beispiel die Kabelbinder: "Damit wollte ich einer Bekannten von der Suppenküche zu Hause ihre Kletterrrosen anbinden." Und sas ist mit dem Strick? "Den brauche ich beim Plattenverlegen zum geraden arbeiten." Und die Damen-Leggins? "Das war eigentlich als Überraschung für meine Partnerin gedacht" Und die Viagra-Tabletten? "Die habe ich nie selbst genommen, sondern mir immer nur verschreiben lassen und dann weiterverkauft."

Nach 13 Jahren hatte sich das Paar aus der Nordstadt Anfang März getrennt. Die 47-jährige Frau und der Angeklagte hatten seit mehr als 13 Jahren in eigenen Wohnungen gelebt, die auf einer Etage direkt nebeneinander lagen. Dort waren sie auch nach dem Beziehungs-Aus wohnen geblieben.

Mit offener Hose erwischt

Laut Anklage soll der Maurer seine Frau Anfang März erstmals sexuell bedrängt, sich auf die Frau geworfen und ihr mit sexuellen Handlungen gedroht haben. Wenige Tage später war er dann plötzlich erneut in der Wohnung seiner Ex aufgetaucht. Der Sohn der Frau hatte den Angeklagten nach eigenen Angaben mit heruntergelassener Hose auf dem Bett "erwischt".

Doch auch diese Situation stufte der Angeklagte unterm Strich als ein absolutes Missverständnis ein - und erneuerte auch am Montag nochmal seine eigenen Erklärungsversuche.

Er will die Wohnung nämlich nur betreten haben, weil der Schlüssel angeblich von außen in der Tür seiner Ex gesteckt habe und er diesen habe zurückgeben wollen. Auf dem Weg ins Schlafzimmer habe er dann jedoch urplötzlich einen offenen Schnürsenkel bemerkt, sich aufs Bett gesetzt und sich den Schuh zugebunden. Beim Wieder-Hochkommen sei dann urplötzlich der Sohn reingekommen und ihm sei dann völlig unabsichtlich die (nach 20 Kilo Gewichtsverlust viel zu weite) Jogging-Hose herunter gerutscht. Der Prozess wird fortgesetzt.

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