Ambulanter Kinderhospizdienst im Finale des Dortmunder Ehrenamtspreises

dzDortmunder Engagement

Der ambulante Kinderhospizdienst Löwenzahn betreut lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Familien. Das Preisgeld würde bei der Anschaffung eines rollstuhlgerechten Autos helfen.

von Rebekka Antonia Wölky

Dortmund

, 30.08.2019, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Projekt Löwenzahn des Forum Dunkelbunt e.V. betreut lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Familien. Der 2018 gegründete Dienst ist in den ersten zwei Jahren vollständig auf Spendengelder angewiesen. Auch danach übernimmt die Krankenkasse nur einen Anteil von 25 Prozent der Kosten. Für die begleiteten Familien soll der Dienst aber trotzdem immer kostenlos bleiben.

Thorsten Haase hat Löwenzahn im August 2018 mit ins Leben gerufen. Er selbst begleitet bereits seit mehreren Jahren einen heute zwölfjährigen Jungen. Immer deutlicher sei ihm dabei aufgefallen, wie sehr es an Unterstützung für Familien mit schwer erkrankten Kindern mangele.

Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe

In Dortmund leben rund 300 Familien mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind. „Vor der Gründung von Löwenzahn wurden aber nur 20 Familien betreut“, so Haase. „Mehr als 90 Prozent der Betroffenen müssen sich den Herausforderungen ohne eine solche Unterstützung stellen. Viele Familien sind über Jahre komplett auf sich allein gestellt.“ Das will Löwenzahn ändern. Grundsätzlich müsse das Ziel sein, allen betroffenen Familien Unterstützung anbieten zu können.

„Eines der Hauptprobleme in Familien mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind ist der Verlust der Familienmobilität“, weiß Thorsten Haase. Mal eben schnell die Bahn zu nehmen um etwas zu unternehmen oder Freunde zu besuchen, ist oft nicht mehr möglich. Besonders für finanziell schlechter gestellte Familien sei das schlimm. „Und Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe“, erklärt Haase weiter.

Rollstuhlgerechter Neunsitzer

Mit dem Preisgeld des Ehrenamtspreises möchte Löwenzahn daher einen rollstuhlgerechten Neunsitzer anschaffen, um eben diese Mobilität wieder herzustellen. So könnte der Verein auch Familienausflüge organisieren.

Die Ehrenamtlichen von Löwenzahn betreuen nicht nur die erkrankten Kinder selbst. Auch eine Geschwistergruppe gibt es, die sich regelmäßig trifft und ein Mal im Monat einen Ausflug unternimmt. Die Geschwisterkinder waren schon gemeinsam im Kletterwald und im Trampolinpark. Bei den Gruppentreffen können sie sich auch ganz offen über ihre Sorgen austauschen.

„Unsere Begleitung wirkt auf sehr vielfältige Weise“, sagt Haase. Wichtig ist dabei, dass die Betreuenden auf die Bedürfnisse der Familie eingehen. Auch bei Formalitäten und der Kommunikation mit der Krankenkasse geht Löwenzahn zur Hand.

Der Ehrenamtspreis „Dortmunder Engagement 2019“ wird vom Lensing Media Hilfswerk, den Ruhr Nachrichten , Radio 91.2 und den Apotheken Ausbüttels verliehen. Ab sofort bis einschließlich Samstag, 14. September, können Sie hier als Leser der Ruhr Nachrichten und Hörer von Radio 91.2 für Ihren Favoriten abstimmen. Fünf Gewinner dürfen sich über das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro freuen.
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