Am U-Turm: 18-Jähriger soll 22-Jährigen mit Messer lebensgefährlich verletzt haben

Versuchter Totschlag

Ein 22-jähriger Dortmunder ist am Freitagabend durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt worden. Ein 18-jähriger Dortmunder sitzt in der JVA - der 22-Jährige ist außer Lebensgefahr.

Dortmund

, 22.10.2018, 16:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am Freitag (19. 10.) gegen 22 Uhr ist im Bereich des Dortmunder U-Turms ein Streit zwischen mehreren Beteiligten eskaliert. Es habe, so teilten am Montag Polizei und Staatsanwaltschaft mit, „wechselseitige Körperverletzungen“ zwischen mehreren Personen gegeben. Und am Ende wurde ein 22-jähriger Dortmunder durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt.

22-jähriger Dortmunder wurde notoperiert

Der junge Mann musste notoperiert werden. Er schwebte am Montag aber nicht mehr in Lebensgefahr, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen geht man bei der Staatsanwaltschaft davon aus, dass sich am Freitagabend mehrere Gruppen am Emil-Moog-Platz am U trafen. Der Platz ist - gerade am Wochenende - ein beliebter Treffpunkt für viele Jugendliche. Wieso es am Freitagabend zu einer handfesten Auseinandersetzung mit rund zehn Beteiligten kam, dazu konnte die ermittelnde Staatsanwältin Sandra Lücke am Montag nichts sagen.

Ein Wort habe das andere ergeben, so Lücke, „es wurde geschlagen und getreten“. Und schließlich gab es die Messerattacke auf den 22-Jährigen.

Haftbefehl gegen 18-Jährigen erlassen

Bereits am Sonntag wurde ein 18-jähriger Dortmunder wegen des Verdachts des versuchten Totschlags vorläufig festgenommen. Er soll mit dem Messer auf den 22-Jährigen eingestochen haben, der Tatverdacht ergebe sich aus den bisherigen Zeugenaussagen. Derzeit gehe man davon aus, dass der Tatverdächtige und das Opfer sich nicht persönlich kannten, sagt Lücke.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dortmund erließ der zuständige Ermittlungsrichter am Amtsgericht Dortmund am Montag einen Haftbefehl gegen den 18-Jährigen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags. Der Beschuldigte, der sich nunmehr in der JVA befindet, mache von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Gegen andere Beteiligte des handfesten Streits werde wegen des Verdachts der Körperverletzung weiter ermittelt, sagt Staatsanwältin Sandra Lücke.

In NRW gebe es täglich „mehr als zehn Vorfälle mit Messern“, sagte Mitte des Jahres Innenminister Herbert Reul in einem Zeitungsinterview. Das sei ein „wachsendes Problem“, so Reul: „Die Hemmschwelle, es zu zücken, ist gesunken. Früher gab es die Faust, heute ist es das Messer, das rausgeholt wird.“
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