Alte Straßenbahn an der Kampstraße geht auf ihre letzte Fahrt

dzKampstraße

Die Straßenbahn an der Kampstraße, die mal eine Tapas-Bar war, geht auf ihre vermutlich letzte Reise. Anfang November soll sie die Innenstadt verlassen. In Dortmund aber soll sie bleiben.

Dortmund

, 26.10.2018, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwarz und groß steht die Straßenbahn da auf der Kampstraße, ein Bauzaun umgibt die eine Seite, an der anderen Seite grenzt sie an die Einbahnstraße. Seit 2010 steht sie da, ist keinen Meter bewegt worden in der ganzen Zeit, dafür hat sie ihre Farben gewechselt. 2014 wurde sie schwarz, gehörte zum La Paz, einer Gastronomie mit spanischer Küche. „La Paz Bahn 403“ steht auf ihr, darunter „Nächster Halt: Tapas“. Diese Ansage ist nicht mehr ganz aktuell, eigentlich müsste dort stehen: „Nächster Halt: Nette“. Denn der achtachsige Gelenktriebwagen, Baujahr 1974, ein Fabrikat der Düsseldorfer Wagonfabrik, wird die Kampstraße verlassen.

Die Straßenbahn „geht jetzt in Rente“

Denise Klietz vom La Paz hatte die Bahn übernommen, als sie schon vier Jahre auf der Kampstraße stand. Ihr Restaurant hatte keine Außenfläche, die Bahn war quasi eine einzige Außenfläche und so wurde die Bahn schwarz. „Intensiv“ sei die Zeit mit der Bahn gewesen, das Geschäft im vergangenen Dezember in der Weihnachtsmarktzeit ein gutes. Auch Dirk Rutenhofer, Cityring-Vorsitzender, findet, dass „der Grundgedanke der Straßenbahn schon klasse war“. Klietz hätte viel Kraft und Energie in die Idee gesteckt. Jetzt aber, wo sie nicht mehr betrieben wird, sei die Bahn in Nette gut aufgehoben.

Denn zwischenzeitlich fand das Restaurant einen neuen Standort an der Kuckelke 3, im November soll Eröffnung sein. Dort, am neuen Standort, hat das La Paz eine Außenfläche, die Straßenbahn, so sagt es Klietz, „geht jetzt in Rente“.

In der Nacht vom 6. auf den 7. November wird sie verladen

Genau genommen wird sie gegangen werden: Die Bahn mit ihren rund 32 Tonnen Gesamtgewicht soll in der Nacht vom 6. auf den 7. November zunächst auf den Resten der Gleisanlage ein Stück weit in Richtung Westentor geschoben, dann verladen und nach Nette zum Bahnhof Mooskamp gebracht werden.

Dort sitzt das Nahverkehrsmuseum Mooskamp, das strenggenommen „Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft der Dortmunder Stadtwerke e.V.“ heißt. Seit 2001 hat das Museum dort, im ehemaligen Betriebshof Mooskamp der Ruhrkohle Bahn- und Hafenbetriebe, seinen Sitz, diverse Schienenfahrzeuge stehen dort.

Von Museumsseite heißt es, dass man dem Wagen gegenüber nicht abgeneigt sei und sich freuen würde, wenn das alles so kommt. Richtig ruhig wird der Ruhestand für die Bahn in Nette allerdings wahrscheinlich nicht werden, eine Nutzung als Café ist die wahrscheinlichste.

Umbau nach dem Kirchentag

Und die Kampstraße? Soll, so heißt es aber auch schon viele Jahre, umgebaut werden zum „Boulevard Kampstraße“. Was in Richtung Westentor schon geschehen ist, lässt hier noch auf sich warten. Aktuell ähnelt die Kampstraße in dem Bereich, wo heute noch die Bahn steht, einer Großbaustelle.

Das Westfalenforum gegenüber wird renoviert, Decathlon macht sich ein paar Meter weiter einzugsfertig, und ein großes Studentenapartment-Haus soll auch noch entstehen. Mit dem Umbau der Kampstraße soll nach dem evangelischen Kirchentag 2019 begonnen werden - die alte Bahn dürfte da schon wieder als Café genutzt werden. Nur eben in Nette.

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